Donnerstag, 9. August 2012

Heldenzorn - Jonas Wolf

Verlag: Piper 
 Taschenbuch: 384 Seiten
 ISBN: 978-3492268691
Preis: 12,99 Euro
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Inhalt:
Teriasch gehört den Clan der Pferdestämme an und nennt die Weiten der Steppen sein zu Hause.
Doch schon lange ist den Steppenbewohnern kein Frieden mehr gewährt, denn es kommt immer wieder zu Angriffen von den Harten Menschen. Frauen und Kinder werden regelrecht abgeschlachtet und die Männer werden verschleppt und als Sklaven verkauft. Dieses Schicksal ereilt auch Teriasch.
Er wird in das Reich Dominum gebracht um dort versteigert zu werden. In der Gefangenschaft lernt er den Halbling Rukabo kennen und freundet sich mit ihm an.
In dieser Zeit der Knechtschaft, erkennen die beiden Freunde, dass eine besondere Gabe in Teriasch geschlummert hat und durch den Zorn seines gegenwärtigen Lebens geschürt wird.
Ist er in der Lage, gegen die Grausamkeiten des Dominums zu rebellieren und ihm und den anderen Sklaven die Freiheit zu schenken?
Als er durch einen Zufall, die schöne Julanesca kennenlernt, scheint die Möglichkeit des Gegenschlags zum Greifen nahe...

Meinung:
Ehrlich gesagt musste ich mich erst einmal auf dieses Buch einlassen. "Heldenzorn" ist ein typisches High-Fantasy Buch und dieses Genre gehört eigentlich nicht zu meinen Favoriten. Da mir aber "Heldenwinter", ebenfalls vom Autor Jonas Wolf, ziemlich gut gefallen hat, habe ich meine Scheu dann doch überwunden und angefangen zu lesen. Und siehe da, hat doch ganz gut geklappt!

"Die Frau, die mir nicht mehr aus dem Kopf will, ist die Tochter des Mannes, der all dies zulässt. Sie ist die Tochter eines Mörders. Sie ist die Tochter eines Monstrums."

"Heldenzorn" kann durch eine gelungene Geschichte, überzeugenden Charakteren und einem guten Schreibstil punkten.
Es erinnert im ersten Moment vielleicht an "Heldenwinter", ist aber auf keinen Fall eine Fortsetzung, oder hat sonst irgendetwas mit dem Erstling des Autors zu tun.
Ganz im Gegenteil! In diesem Werk ist mir besonders der Umbruch des Schreibstils aufgefallen.
Während in "Heldenwinter", die Ausdrucksweise doch stark vulgär daherkommt, so ist dies in "Heldenzorn" schon stark dezimiert worden. Ich habe mit so einer schlüpfrigen Sprache zwar keine Problem, aber anderen hat dieser Aspekt vielleicht gestört. Seid beruhigt, denn hier geht es weitgehend gesittet zu.
Was jedoch bleibt, ist die schöne Beschreibung von Umgebungen und Personen. Das hat mir natürlich wieder die Möglichkeit gegeben, wunderbar in die Geschichte eintauchen zu können. Toll!

"Alles in der Welt ist ein Ausdruck des ewigen Zusammenspiels der Elemente, indem sie zueinander finden und voneinander scheiden [...] Unsere Eigenschaften, die guten wie die schlechten, sind ein Spiegel der Elemente in uns."

Jonas Wolf hat sich für den Part des Helden jemanden ausgesucht, dem diese Rolle meines Erachtens wahnsinnig gutsteht. Teriasch glänzt im ersten Moment überhaupt gar nicht wie ein solcher, eher "normal" und sympathisch.
Ebenfalls Rukabo kann durch sein Auftreten bestechen. Durch seine witzige und unkeusche Art, wertet er die Geschichte noch einmal schön auf.
Julanesca, oder einfach Nesca genannt, ist die Schöne, die Unnahbare, die ihre Rolle ziemlich gut spielt.

Wie schon erwähnt, gehört "Heldenzorn" eigentlich nicht zu den Gewässern, in denen ich schwimme.
Doch die Geschichte fesselt auch "Nicht-mit-Schwimmer". Besonders gut gefallen mir Herr Wolfs Prologe. Die sind so schön spannend und aufregend, dass man einfach Lust bekommt, in dieses Werk einzutauschen.
Wie es sich für ein High-Fantasy Buch gehört, tauchen jede Menge Kämpfe, Schlachten und Raufereien auf. Kreaturen, wie Drachen, wird man auch hier nicht missen müssen.
Die Idee, mit der besonderen Gabe, die Teriasch langsam in sich zu finden scheint, ist wirklich gut und verleit der Erzählung das gewisse Etwas.
Ein bisschen enttäuscht bin ich aber von Ende. Es kommt zwar zum Showdown, der auch durch Spannung brilliert, jedoch hätte ich mir mehr Informationen von Bösewicht erhofft. Der war mir immer irgendwie zu fern und viel zu schnell wird hier gesiegt.

Fazit: Knappe 4/5 möglichen Punkten. High-Fantasy Fans kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen! Auch als nicht regelmäßiger Leser solcher Lektüren konnte mich die Geschichte rund um Teriasch in den Bann ziehen.

Kommentare:

  1. Puh ;) klingt ja gut, aber ich trau mich immer nicht so wirklich an High-Fantasy *_*

    LG Kersi

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lauft mir nach ...