Montag, 17. September 2012

Der Wald der tausend Augen - Carrie Ryan

Verlag: Heyne Verlag 
Taschenbuch: 400 Seiten
 ISBN: 978-3453529618
Preis: 8,99 Euro
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Inhalt:
Mary kennt nur das Leben in dem kleinen Dorf, das von einem Wald umgeben ist. In diesem Wald lauern die Ungeweihten, die durch eine Infektion zu "zombieartigen" Kreaturen mutiert sind. Die Menschen im Dorf werden nur durch einen Zaun geschützt und immer wieder kommt es zu Angriffen von Seiten der Ungeweihten.
Mary träumt schon eine Weile von dem Leben außerhalb der Zäune, der Freiheit, dem Meer. Durch Geschichte ihrer Mutter, die kürzlich von einem "Monster" gebissen wurde und jetzt selbst eine Ungeweihte ist, wird ihr Wunsch, dem Dorf zu entfliehen nur größer. 

Im Winter werden die jungen Frauen von den Männern umworben und Mary wird von dem jungen Harry erwählt, den sie schon seit ewiger Zeit kennt. Doch Marys Herz schlägt für Travis, den sie schon immer bewundert hat.
Als eines Tages die Ungeweihten, durch den Zaun brechen, gerät das ganze Dorf in Panik und in dem entstandenen Chaos schaffen es Mary und Travis aus dem Dorf zu entkommen. Doch wohin nun? 
Mary ist sich sicher, sie will ans Meer. Doch der Weg ist gefährlich, denn der "Wald der tausend Augen" ist die Heimat der Ungeweihten!

Meinung:
Carrie Ryans Schreibstil ist einfach und flüssig gehalten, dadurch war es mir möglich, schnell in die Geschichte einzutauchen.
Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der jungen Mary wiedergegeben und somit war es ein Leichtes, sich mit der Protagonistin vertraut zu machen.
Die Einführung ist ziemlich ausgedehnt und sehr informativ. Marys Welt, das System in der sie lebt, wird sehr schön und anschaulich beschrieben und dadurch werden die Hintergründe der Geschichte sehr gut erläutert.
Durch diesen Aspekt wird die Geschichte zu Beginn, aber auch ein bisschen eintönig und etwas langatmig. Hier wäre weniger besser gewesen.

"Ein ums andere Mal sehen wir, wie Freunde und Nachbarn niedergestreckt werden, nur um wenig später zurückzukehren und weitere Freunde und Nachbarn zur Strecke zu bringen" S. 181

Mary an sich ist ein Charakter, der mir eigentlich recht gut gefallen hat. Sich sticht aus der Masse der Hauptprotagonistinnen jetzt nicht direkt heraus, aber sie wirkt doch sehr sympathisch. Sie besitzt Charakterzüge, die sie ermutigen lässt, das System zu hinterfragen, ob es nicht doch mehr gibt, als die Welt innerhalb der Zäune. Man spürt direkt, dass sie sich nicht wohlfühlt in diesem Dorf, dass sie den Drang besitz zu "entfliehen", obwohl in ihrer bekannten Welt einigermaßen für Sicherheit gesorgt wird. Daraus lässt sich am Anfang direkt erschließen, dass sie ein tapferes, mutiges Wesen besitzt. Im Verlauf des Buches wird dieser Eindruck nur bestätigt und sogar verstärkt.

Im Winter wird sie von Harry erwählt, seine Frau zu werden. Obwohl sie eine Verbundenheit gegenüber Harry empfindet, schlägt ihr Herz eigentlich für seinen Bruder Travis, der aber schon Marys beste Freundin Cass umworben hat.
Harry ist ein Charakter, der mich eher überrascht hat. Als er merkt, das Mary starke Gefühle für Travis hat, lässt er sie sozusagen ziehen, auch wenn dies in der Situation der Flucht entsteht. Hätte es diesen Angriff der Ungeweihten nicht gegeben, hätten sich die Beiden dem System bestimmt nicht wiedersetzt und wären jetzt (un)glücklich verheiratet.

Bei Travis war ich zu Beginn im Zwiespalt. Mag ich ihn jetzt, oder nicht? Obwohl er ebenfalls für Mary Gefühle empfindet, hat er sie dennoch nicht umworben. Warum? Weshalb? Wieso?
Die Fragen klären sich aber im Verlauf der Geschichte und ich kann sagen, dass sich Travis sehr zum positiven gewandelt hat.
Marys Bruder Jeff und Cass, ihre beste Freundin lernen wir auch näher kennen und auch diese Zwei konnten einen positiven Eindruck hinterlassen.

Das System und die Regeln, die das Dorf befolgen, ist mir von Beginn an nicht ganz geheuer. An oberster Stelle sitzt die Schwesternschaft, die streng nach den Regeln Gottes lebt und das auch der Bevölkerung vermittelt. Mary lernt diesen Verband der Schwestern für einige Zeit näher kennen, als sie sich ihnen anschießen muss, und findet dabei merkwürdige Dinge heraus, die ihr noch Kopfzerbrechen bereiten.

Die ersten 100-150 Seiten ziehen sich etwas, dafür wird man aber mit einem aufregenden, spannenden Rest belohnt. Der Moment, als die Ungeweihten ihren Angriff starten, ist Adrenalin pur. Einfach großartig und ich war sofort gefesselt und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Hier taucht eine brenzliche Situation nach der anderen auf und lässt so etwas wie Langeweile nicht aufkommen. An manchen Stellen schon ziemlich brutal und dann tauchen aber auch traurige Momente auf und sorgen für tolle Abwechslung.

Mit dem Ende des Buches bin ich aber nicht zufrieden. Da bekannt ist, das Marys Abenteuer mit diesem Buch endet, bleiben mir zu viele sehr wichtige Fragen offen, auf die ich so gerne Antworten hätte! Höchstwahrscheinlich kann ich diese Antworten in "Das Meer der tausend Seelen" nicht bekommen, weil es nicht direkt aufeinander aufzubauen scheint. Aber ich werde mich davon lieber selbst überzeugen und die "Fortsetzung" lesen.

Fazit:
Dadurch, dass sich der Anfang etwas zu sehr in die Länge gezogen hat und das Ende viel zu viele Fragen unbeantwortet gelassen hat, vergebe ich an dieser Stelle 3,5/5 möglichen Punkten. Aber das Buch kann dennoch durch genügend Spannung überzeugen!

Kommentare:

  1. Dann war das lesen der Fortsetzung ja gar keine schlechte Wahl!
    Aber auch Band 1 hört sich richtig gut an!
    Glg
    Steffi

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  2. Oh, es soll so eine Art Fortsetzung geben?! Das hatte ich noch gar nicht gewusst. Ich merke aber beim Lesen Deiner Rezi, dass es doch schon ganz schön lange her ist und ich Einiges schon gar nicht mehr wusste. Ich glaube fast, ich bringe Einiges mit "The Village" durcheinander. Muss mich wohl noch mal damit beschäftigen. Aber auf "Das Meer der tausend Seelen" hätte ich auf jeden Fall Lust.

    Grüße von der Tintenelfe

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  3. @ Steffi: Ich bin mal gespannt, wie dir "Teil 2 so gefällt! :)
    @Tintenelfe: Ja, mich hat es auch oft an den Film "The Village" erinnert! :)

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  4. Ich fand das Buch sehr gut, aber auch unheimlich bedrückend. Deshalb habe ich mich bisher nicht an die Nachfolger gewagt, da muss ich in der richtigen Stimmung für sein.

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  5. Hmm ok man merkt, dass dich das Buch nicht vollends überzeugen konnte ;) Daher denke ich nicht, dass es was für mich ist...Hast du sehr gut geschrieben, man merkt richtig wie es dir beim lesen erging :)

    lg <3

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  6. Das Buch hat keinen Nachfolger!!! Das sind 2 ähnliche Geschichten handelnd mit unterschiedlichen Protagonisten also bitte lasst solche unüberlegten Kommentare das tut ja schon weh in den Augen eines Kenners :(

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lauft mir nach ...