Dienstag, 11. September 2012

White Horse - Alex Adams

Bildquelle

Verlag: Piper
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
ISBN: 978-3492702522
Preis: 16,99 Euro
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Inhalt:
Damals:
Ein wundersames Gefäß erregt Zoes Aufmerksamkeit. Wie kommt es in ihre Wohnung? Der Gegenstand scheint regelrecht auf sie zu wirken und doch kann sie sich nicht überwinden es zu öffnen. 
Neuerdings nimmt sie einen Therapeuten in Anspruch. Nick. Er sieht gut aus und scheint sie zu verstehen und Zoe fühlt sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Er ist derjenige, der ihr rät, das Gefäß zu öffnen.

Jetzt:
90% der Bevölkerung sind tot, dahingerafft durch eine unbekannte Krankheit, "White Horse" genannt.
Wenige scheinen immun zu sein und andere mutieren zu abartigen Kreaturen. 
Zoe scheint verschont, doch ihr ist nichts mehr geblieben. Auch Nick hat sie verlassen, fort ohne ein Wort, zurück bleibt nur ein Brief, den sie sich nicht traut zu öffnen.
Sie beschließt sich auf die Suche nach Nick zu machen und wird dabei von einem hartnäckigen Mann verfolgt, der allmählich zur allgegenwärtigen Angst wird. Wer ist dieser Typ und was will er?
Kann sich Zoe den Gefahren dieser neuen Welt stellen und schafft sie es, dass auch ihr ungeborenes Kind die Reise übersteht?

Meinung:
"White Horse" ist mir im ersten Moment eigentlich positiv aufgefallen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr sehr gut gefallen. Sie bringt viel bildhafte Darstellung in die Sätze und versucht diesen Effekt durch einige Metaphern zu verstärken. Ebenfalls vermittelt der Stil eine gewisse düstere Stimmung, die perfekt in dieses Endzeitszenario reinpasst. Aber hier gibt es auch ein "leider" von mir, denn leider wollte der Funke beim Lesen nicht so recht rüberspringen. Ich habe die Sätze gelesen und mir gedacht, dass mich das eigentlich mitreißen müsste, aber das ist komischerweise nicht passiert. Oft hatte ich am Anfang auch das Gefühl, dass alles irgendwie ein wenig zu emotionslos, ja sogar ein bisschen abgestumpft wirkt, als wenn man mit Watte in den Ohren durch die Weltgeschichte läuft und nur ein leichtes Dröhnen wahrnimmt. Sehr schade!
"Die Landmasse ist ein Tiger aus Beton und Stahl, die auf uns zuspringt, um uns die Kehle aufzureißen. Wir haben keine Zeit, seine Streifen zu bewundern oder ein letztes Gebet zu sprechen. Wir haben kaum Zeit zum Überleben." S. 222

Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Es tauchen nur wenige Personen auf, die man richtig kennenlernt und die meisten bleiben meiner Meinung nach recht farblos. Auch die Hauptprotagonistin Zoe viel zu Beginn in dieses Raster. Irgendwie langweilig, ohne viel pepp, ja schon fast wie ferngesteuert hab ich sie wahrgenommen. Gefühllos und kalt, auch wenn sie das eigentlich gar nicht ist. Aber mein Bild über Zoe ändert sich. Dazu gleich mehr.
Erwähnenswert und ein Charakter, der mir von Anfang an zugesagt hat, ist der Schweizer. Er ist der Mann, der Zoe schon bald auf den Fersen ist. Aus ihm wird man nicht so richtig schlau und er scheint etwas zu verbergen. Zuerst wirkt er nett, aber auch ein bisschen mysteriös, doch dass ändert sich schon bald und der Schweizer wird Zoes größte Angst sein. Der Typ sorgt auf jeden Fall für Überraschungen und Wendungen, die man nie und nimmer erraten hätte. Aber mehr wird nicht verraten.

Die Geschichte wird ausschließlich aus der Sicht von Zoe erzählt. Dazu sind die Kapitel aufgeteilt in Frequenzen aus "Damals" und "Jetzt". Das bedeutet also, der Leser wechselt immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Am Anfang ein bisschen verwirrend, weil man sich gar nicht so recht auf die Zeiten einstellen konnte und einige Kapitel brauchte, um der Geschichte in der richtigen Zeit folgen zu können.
Der Story hätte ich mehr zugetraut. Für ein Endzeitszenario fehlte es mir an manchen Stellen einfach an Adrenalin. Ich hätte mir mehr brenzlichere Situationen gewünscht, mehr veränderte Menschen, die man eigentlich kaum zu Gesicht bekommt. Wo bleiben die Mutanten, die nach Menschenfleisch verlangen? Habe leider keine gesehen. Auch die Idee ist ziemlich interessant und gar nicht abwegig. Die ominöse Krankheit ist nämlich durch Menschenhand verursacht und steht in direkter Verbindung mit dem Gefäß, das plötzlich in Zoes Wohnung steht. Natürlich verrate ich an dieser Stelle nicht mehr, ich bin ja nicht gemein.

Somit hatte ich eigentlich schon mit dem Buch abgeschlossen, aber dann hat sich auf den letzten 200 Seiten doch etwas getan. Dafür danke ich dem Schweizer, denn er ist der Hauptgrund, warum es jetzt endlich richtig spannend wird und ich die Chance hatte Anschluss zu finden. Ja selbst Zoe bekam viel mehr Farbe. Ich habe sie endlich wahrgenommen und konnte nun erkennen, wie stark sie in Wirklichkeit ist. Sie kämpft für sich, für ihr Baby und ein Stück für die Menschlichkeit, die sie um keinen Preis verlieren will.
Das Ende ist sogar ein wenig kitschig in meinen Augen und will eigentlich gar nicht so recht in dieses Buch passen, was es dann aber doch seltsamerweise tut. Merkwürdig, aber auch doch schön.
Fazit:
"White Horse" bekommt von mir solide 3/5 möglichen Punkten. Eine Idee, die gar nicht so weit hergeholt ist, aber leider mangelt es mir an der Umsetzung. Nur die letzten 200 Seiten konnten mich mitreißen, der Rest war mir zu fad.

Kommentare:

  1. Gute Rezension!
    Aber schade, dass es dich nicht so überzeugen konnte. Bleibt aber trotzdem auf meiner Wunschliste. :)

    LG Jessica

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  2. verstehen kann ich die Kritikpunkte voll und ganz... Bin zwar noch nicht ganz durch, aber VERWIRREND trifft es auf den Punkt. Hab öfter mal zurückblättern müssen, was denn überhaupt passiert ist - ein Buch zum am-Stück-Durchlesen :-)

    Aber deine Rezension trifft es auf den Punkt. Ich fand den Anfang nur einen Ticken besser :-)

    lg
    Steffi

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  3. Habe vorher noch nichts von dem Buch gehört und werde es auch definitiv nicht lesen ;)
    Danke für die "Warnung" <3 :D

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  4. Ach schade. Der Inhalt klang sooo gut .. aber bei "nur" 3 Sternen ist es ein Buch, was zwar trotzdem auf meine Wunschliste wandert .. aber nicht sehr weit oben angesiedelt ist .. mal sehen, obs weitere Meinungen gibt. Danke für die ehrliche Meinung.

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  5. Huu, mach mir doch keine Angst. Auf dieses Buch warte ich schon ein halbes Jahr und hab mich so gefreut als es erschienen ist (und meine Vorbestellung nicht pünktlich angekommen ist -.-). Jetzt hab ich ein wenig Bammel, dass es mir doch nicht so gut gefällt, wie anfänglich erwartet *sniff*

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lauft mir nach ...