Sonntag, 9. Dezember 2012

Stolz der Kriegerin - Sandra Melli

Verlag: Knaur
Taschenbuch: 480 Seiten
ISBN: 978-3426504178
Preis: 14,99 Euro
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Inhalt

Das Katzenmädchen Laisa bekommt erneut einen wichtigen Auftrag. Sie soll die Prinzessin Elenah aus einem grünen Dämmerlandreich ins Schwarze T'wool geleiten. Diese soll sich demnächst mit dem mächtigen Arendhar vermählen. Doch nicht nur die zukünftige Braut macht Probleme, denn sie ist ganz und gar nicht von der Eheschließung begeistert, auch anderen scheint die geplante Hochzeit ein Dorn im Auge zu sein. Grün und Schwarz passen nicht zusammen. Somit erweist sich die Reise als äußert schwierig, gespickt mit mächtigen Stolperfallen.

Meinung

Ach ja. High Fantasy! Ich bin ehrlich. Mein Genre ist es nicht.
Jedoch muss ich sagen, dass mir Band 1 als "Nicht-Fan", eigentlich ganz gut gefallen hat. Auch der zweite Teil konnte mich ähnlich überzeugen. 

Mein Problem bei diesem Genre ist der, wie ich finde, außerordentlich komplex aufgebautem Geschichtsstrang, mit einer oft sehr genauen Beschreibung von Umgebung und Co. Dazu die vielen ungewohnten Begriffe, Namen und Ausdrücke, die mich als "ungeschulter" Leser von High Fantasy oft zu erdrücken scheinen.

Somit fällt der Einstieg erst einmal schwer. Es braucht seine Zeit, mit der Umgebung, den Leuten und der Geschichte an sich, warm zu werden. Eine Einlesungsphase sozusagen. 

Die Hauptfigur Laisa und ihr kleines Trüppchen war mir aber noch sehr aus Teil 1 vertraut.
Laisa hat sich aber deutlich zu Band 1 geändert. War ihr die Welt der Dämmerlande zu Beginn noch fremd und nicht vertraut, so hat sie sich mit ihrer neuen Umgebung schnell abgefunden. Diese Anpassung hat sich auch auf ihr Wesen ausgewirkt. Sie wirkt deutlich gereifter und hat sich in ihrer Rolle als Führungsperson eingelebt. Eine geborene Führerin. Dennoch spürt man noch ihre frühere "unbeschwerte" Art, die glücklicherweise nicht zu kurz kommt.
Mit dem oben erwähnten "kleinen Trüppchen" meine ich natürlich ihre Anvertrauten, die ihr nicht mehr von der Seite weichen und auf die immer Verlass ist.
Rongi, der kleine Katzenmenschenjunge, ist auch diesmal mein Liebling. Mit seiner überschwänglichen Art und oft noch kindlichen Temperament sorgt er für eine willkommene Auflockerung in der Geschichte.
Aber auch Ysobel und Borlon bleiben ihrem Charakter treu und so fügt sich die Truppe perfekt zusammen.

Andere auftauchende Personen bleiben da schon schwieriger im Gedächtnis, was ganz allein an den wirklich schwer zu merkenden Namen liegt, die oft auch noch ähnlich klingen. Ein Beispiel: Elenah, Elandhor, Elawhar, Eldrin, Erulim.
Wie gut, dass es das Glossar hinten im Buch gibt.

Die Geschichte bietet, wie schon erwähnt, diese typische Komplexität auf, die auch schon im ersten Teil dominiert. Ein "Mal eben Lesen" fällt also flach. Denn um der Handlung folgen zu können, muss man sich konzentriert in die Seiten vertiefen. Wenn man dann aber erst einmal drin ist, vermag die Story durchaus zu packen. Es gibt vereinzelt spannende Momente, aber auch die ein oder andere kleine Durststrecke.
Aber ich auch nur wieder wiederholen, wie gut mir die Idee mit den verfeindeten Farben gefällt. Man kann nur staunen, wie der Autor es geschafft hat, um diese Idee, eine ausgereifte Welt zu erschaffen.
Das Ende bietet dabei das "Spannungshoch" und kann wirklich gefallen. Spielraum für eine Fortsetzung gibt es auch.

Der Schreibstil an sich ist gut zu lesen, aber beladen mit detaillierten Beschreibungen, vielen Konversationen und der angehauchten "mittelalterlichen" Sprache.

Fazit

"Stolz der Kriegerin" kann mit seinem Vorgänger mithalten. Für mich, der dieses Genre eigentlich meidet, findet sich dennoch eine gute Geschichte, die nach einer Eingewöhnungsphase mitreißen kann.
Jedoch werde ich wohl kein Fan von High Fantasy. Die Geschichte war mir etwas zu "überladen" und von den kaum zu merkenden Namen der Orte und dessen Bewohnern mal abgesehen.
Für Fans von High Fantasy ist die Geschichte bestimmt ein Lesespaß und wer Teil 1 mochte, kann hier nichts falsch machen! 3/5 möglichen Punkten!

Kommentare:

  1. Mir geht es mit dem High Fantasy genauso. Also denke ich dass dies sicherlich keine Serie für mich wäre :-)

    Glg
    Steffi

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  2. Wie unterschiedlich doch Meinungen sein können.
    Bnd 1 habe ich bei "vorablesen" gewonnen der Anfang war toll und dann wurde mir das lesen mehr und mehr erschwert die ganzen Farben zuordung verwirrte mich immer mehr so das ich nach der hälfte, das Buch ins Regal verschwinden lies :-(
    Ich liebe High Fantasy aber das Katzenmädchen konnte mich nicht überzeugen...

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  3. @Steffi: Nein, ich glaube für dich ist es wirklich nicht geeignet! :)
    @HooTy: Das mit der Farbenfeindschaft finde ich eigentlich eine gute Grundidee. Aber die auftauchende Verwirrung kann ich dir nur nachempfinden. Es war dann einfach ZU viel.

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  4. Also ich als High-Fantasy-Profi und begeisterte Leserin, kann deine Argumente trotzdem gut verstehen...Entweder man fühlt sich damit wohl oder eben nicht ;) Ich denke aber auch, dass die Bücher nicht unbedingt zu den Top-Büchern des Genres zählen, lies den Hobbit! :-*

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  5. @Shanty: Mag schon sein. Wie gesagt, ich bin auf dem Gebiet kein Experte :D Ja, der Hobbit muss wirklich mal irgendwann gelesen werden :)

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  6. Mhm...also deine Rezension bestätigt mir eigentlich, dass ich mit High-Fantasy wohl niemals warm werde. Das ist mir immer zu verzwickt und geht so unendlich in die Breite als dem Handlungsverlauf zu folgen.

    Deine Rezi klingt dennoch gut! :D

    @Shanty: Bei deiner Rezension zu "Der Hobbit" wurde ich auch neugierig...:D

    LG :)

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  7. Nicht irgendwann, bald! Los Los Los! Das wirst du lieben <3

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  8. Trotz des schönes Covers werde ich mir das Buch wohl nicht zulegen, dabe habe ich echt lange damit geliebäugelt. Aber auch ich, so gerne ich Fantasy mag, bin in der High-Fantasy nicht ganz zu Hause.

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lauft mir nach ...