Montag, 6. Mai 2013

Innerste Sphäre - Sarah Fine [Rezension]


Verlag: AmazonCrossing 
Taschenbuch: 324 Seiten
ISBN: 978-1611099225
Originaltitel: Sanctum
Preis: 9,99 Euro (Tb), 4,99 Euro (eBook)
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Lelas bisheriges Leben war nicht einfach. Von einer Pflegefamilie in die Nächste durchgereicht, hat das junge Mädchen keine schöne Kindheit durchlebt. Ihr letzter Pflegevater hat sie schrecklich behandelt und missbraucht, bis Lela sich gewährt hat und dafür schlimme Konsequenzen tragen musste. Bei ihrer neuen Ziehmutter ergeht es ihr besser und in der  Mitschülerin Nadia findet sie eine gute Freundin. Nadia ist die Erste, die an sie glaubt, sie wirklich wahrnimmt.

Doch dann ist ihre Freundin weg. Selbstmord! Lela ist schockiert und kann nicht begreifen, wie sich Nadia einfach so das Leben nehmen konnte. Daraufhin plagen sie schlimme Albträume, in denen sie ihre beste Freundin sieht, wie diese in einer dunklen, mächtigen Stadt, schlimme Ängste durchsteht. Doch Lela merkt schnell, dass diese Träume mehr bedeuten. Es sind Visionen.

Als Lela durch einen Unfall vor den Toren dieser finsteren Stadt erwacht, zögert sie nicht lange und begibt sich auf die Suche nach Nadia und begreift schnell, dass dieser Ort für Selbstmörder, ein dunkler, gefährlicher Platz ist, an den sie eigentlich nicht hingehört. Hilfe bekommt sie unerwartet von einem Wächter, der die Stadt bewacht. Malachi merkt schnell, dass Lela anders ist, als die anderen "Bewohner" und er will ihr helfen. Doch in dieser großen Stadt wird die Suche nach Nadia ein schwieriges Unterfangen, denn böse Kreaturen haben es auf die verlorenen Seelen abgesehen, zudem spielt die Zeit gegen Lela...



Durch Zufall bin auch auf dieses Buch gestoßen und habe mich gleich in das wunderschöne Cover verliebt. Mystisch, düster und geheimnisvoll strahlt mir dieses Schmuckstück entgegen, und nachdem ich den Klappentext ebenfalls für interessant befunden habe, viel mir die Wahl auf meine nächste Lektüre nicht schwer.

Und gleich der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen. Sarah Fine hat einen Schreibstil, der mir ab der ersten Sekunde gefällt. Sie schreibt flüssig und besonders den Humor in ihren Zeilen, weiß ich sehr zu schätzen. Ihr Stil hält ein tolles Gleichgewicht zwischen angenehmen Beschreibungen, die nie zu überladen wirken, und schönen prägnanten Sätzen. Prima!

Ebenfalls die Protagonistin Lela mochte ich ab der ersten Seite. Zu Beginn erfahren wir sie als zurückgezogenes, aggressives Mädchen, das so wirklich keinen an sich heranlässt. Doch das ändert sich, als Nadia in ihr Leben tritt. Sie wird dadurch nicht komplett zu einer neuen Person, aber durch Nadia erfährt sie zum ersten Mal in ihrem Leben die Aufmerksamkeit, die ihr bislang gefehlt hat. Jemand glaubt an sie, treibt sie an, kümmert sich. 

Nadia ist dagegen eher eine Randfigur in dieser Geschichte. Im Mittelteil fehlt sie fast gänzlich und bleibt doch ständig der rote Faden in der Handlung. Warum sie sich umgebracht hat, was ihre Beweggründe waren, erfährt der Leser zum Ende des Buches.

Malachi ist der typische männliche Protagonist. Gutaussehend, stark und aufopferungsvoll ergibt er sich der Protagonistin im Verlauf des Buches. Auch wenn es hier wirklich nichts Neues zu lesen gibt, hat mir Malachi eigentlich ganz gut gefallen. Die Beziehung zwischen ihm und Lela ist schön mit anzusehen. Allerdings gibt es besonders im Mittelteil ZU VIEL davon. Ich hatte das Gefühl, die Handlung hat sich nicht von der Stelle gerührt - zu viel Gerede, zu wenig vorankommen! Aber dafür war Lelas Verhalten in seiner Gegenwart oftmals zu köstlich. Jaja, wenn die Frau einen hübschen Kerl sieht...

Ist diese Durststrecke aber überwunden, kann sich die tolle Geschichte erst richtig entfalten. Die Idee von der eigenen Stadt, nur für Selbstmörder - GENIAL! Wer kommt schon auf so etwas?? Auf der Suche nach Nadia wird es selbstverständlich richtig gefährlich. Schon allein die Atmosphäre in der Stadt ist deutlich. Traurig, trostlos. Spürbare Verzweiflung, die von den Bewohnern ausgestrahlt wird. Ist das nicht schon alles schrecklich genug? - NEIN! Es muss natürlich noch etwas BÖSERES geben. Das wird hier in Form von den Mazikin verkörpert. Mazikin sind das personifizierte Böse. Die gefangenen Menschen in dieser "Selbstmörderstadt" sind nicht endgültig verloren und haben noch die Chance auf das "Paradies", wenn sie sich nach einer gewissen Zeit als würdig erweisen und aus ihrer Lethargie erwachen können. Die Mazikin aber verbannen die Seele an einen noch schlimmeren Ort, die wirkliche Hölle sozusagen und besetzen den leeren Körper dann durch einen neuen Gleichgesinnten.

Dadurch bekommt die Handlung Schwung und die Spannung kann trumpfen, denn natürlich wird unsere Protagonistin unweigerlich mit den Mazikin zusammentreffen.

Das Ende schließt zufriedenstellend ab und macht doch Lust auf eine Fortsetzung. Ich möchte auf jeden Fall mehr von Lela und Malachi lesen!



  

Mit "Innerste Sphäre" ist es der Autorin gelungen, einen tollen Fantasy Roman zu schreiben, der durch eine interessante Idee hervorsticht. Für weitere Pluspunkte sorgt definitiv der angenehme Schreibstil, der den Humor der Protagonistin wunderbar hervorbringt! Ist die kleine Durststrecke im Mittelteil, in der es mir zu "ruhig" war, überwunden, zieht die Geschichte mit spannenden Momenten nach und findet ein würdiges Finale. Die Protagonistin Lela ist ab dem ersten Moment äußerst sympathisch und man begleitet sie gerne auf ihrer Reise, die beste Freundin zu retten. Eine Fortsetzung werde ich bestimmt lesen! Ich vergebe 4/5 möglichen Punkten!







Kommentare:

  1. Klingt ja richtig toll! Hab es mal auf die Merkliste gepackt :-)

    Lg
    Steffi

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  2. Steffi, dir wird es bestimmt gefallen. Ist glaube ich ganz nach deinem Geschmack! :)
    LG Jan

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  3. Ich hab´s mir ja schon vor ein paar Tagen auf die WuLi gepackt, als du davon geschwärmt hast :)

    Richtig tolle Rezi, die soooooo neugierig auf das Buch macht :D

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  4. Da wollt ich mal die Erste sein...Pustekuchen...ihr Zwei maaan! xD

    Also ich habs ja schon vorher auf die Wunschliste gepackt, aber jetzt will ichs schon wieder unbedingt! -.- Das hört sich echt klasse an!! :D

    Wie immer toll geschrieben! :)

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  5. Ah - ich habe schon auf Deine Rezension gewartet, habe ja auch das Buch auf meinem Kindle als Werbung gehabt und sofort geholt - dann sollte ich mal anfangen das auch zu lesen :)
    Liebe Grüße
    Anett.

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  6. Deine Rezension bringt es wie immer genau auf den Punkt! Stimme dir vol zu, ich mochte das Buch sehr und die Idee wurde super umgesetzt:) Sehr schön <3

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  7. Deine Rezension bringt es wie immer genau auf den Punkt! Stimme dir vol zu, ich mochte das Buch sehr und die Idee wurde super umgesetzt:) Sehr schön <3

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lauft mir nach ...