Freitag, 13. September 2013

[Blogtour] Tag 5: "Das Labyrinth jagt dich" - Autor/Lektor


Hallo ihr Lieben! :)

Tag 5 der Tour spielt sich auf meinem Blog ab.

Ich hatte die Möglichkeit, eine kleine "Gegenüberstellung" zwischen Rainer und seiner Lektorin vorzubereiten. Seht es einfach als kleines Interview. Die Fragen drehen sich natürlich um Rainers "Labyrinth"-Reihe. 


Ich persönlich finde es mal ganz interessant, Eindrücke von einem Lektor zu bekommen.

Jetzt will ich euch auch nicht länger stoppen und ihr könnt direkt loslegen! :D
Am Ende wartet natürlich ein kleines Gewinnspiel auf euch! :)

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An Rainer: Rainer, du hattest die Idee zu deiner neuen Reihe im Kopf. Wie bist du vorgegangen? Hast du dich gleich mit dem Verlag (deiner Lektorin) in Verbindung gesetzt? Wenn ja, wie ist die Vorstellung deiner Idee abgelaufen?

Ich habe damals mit meiner Lektorin über eine Buchidee aus Amerika gesprochen, die ihr gefallen hat. Als sie mir von der Idee erzählte, sagte ich ohne nachzudenken: „Da habe ich etwas Besseres!“. Sie meinte, ich solle ihr mal etwas Schriftliches dazu schicken, und ich sandte ihr noch am gleichen Tag mein Exposé zur Labyrinth-Trilogie. Sie war davon begeistert und ist damit zum Verlagsleiter gegangen, der offensichtlich ebenso von der Buchidee angetan war, denn einen Tag später hat mir der Arena Verlag ein Angebot für alle drei Bücher gemacht und den ersten Teil „Das Labyrinth erwacht“ als Spitzentitel eingekauft.
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An die Lektorin: Bei der Vorstellung der Idee/Geschichte wird bestimmt auf einige Kriterien geachtet. Wie sollte die Handlung im Groben aufgebaut sein, dass sie interessant für den Verlag wird? Wie war das speziell bei Rainers Buch?

Am besten ist es für uns immer, wenn wir nicht nach Schema F vorgehen müssen. Rainer kam mit seiner Idee zu uns und die hat uns sofort überzeugt. Wir haben sehr schnell gemerkt, das funktioniert. Bei Jugendbüchern ist es wichtig, dass der Plot keine logischen Schwächen hat und alles erklärt werden kann, aber auch, dass die Leser Identifikationsfiguren haben. Gleich sieben so schillernde Figuren zu bekommen, ist natürlich ein besonderes Geschenk, das Rainer uns da gemacht hat. Gearbeitet haben wir schließlich an einigen konkreten Umsetzungen, die teilweise noch zu weit weg aus der Lebenswelt der Jugendlichen waren oder in unseren Augen beispielsweise nicht marktkonform.
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An Rainer: Die Idee hat Zuspruch bekommen und du machst dich mit Begeisterung ans Schreiben - gibt es immer wieder Zwischenberichte von dir an den Verlag? Wie weit bin ich in der Geschichte? Gibt es einen Zeitplan?

Projekte wie die Labyrinth-Trilogie kann man als Autor gar nicht allein stemmen. Ohne eine enge Zusammenarbeit und konkreten Austausch mit dem Verlag, also mit meiner Lektorin, könnte ich die von mir angestrebte Qualität nicht erreichen. Dazu braucht man einfach Feedback, andere Blickwinkel und manchmal auch Ideen zum Stoff. Natürlich schreibe ich das Buch, aber ohne die tolle Mitarbeit meiner Lektorin wäre es niemals ein so gutes Buch geworden. Sie schafft es, das Beste aus mir herauszuholen und fordert mich stetig aufs Neue. Oft fluche ich und schimpfe, fühle mich manchmal überfordert, aber immer lohnt es sich. Immer ist das Ergebnis alle Mühen wert.
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An die Lektorin: Die Geschichte ist vom Autor verfasst und fertig geschrieben. Was ist der erste Schritt? Wird das Buch einmal komplett gelesen, ohne den roten Stift in der Nähe zu haben? Oder wird direkt markiert, gekürzt und gestrichen?

Ich mag es, direkt mit dem ganz frischen, unmittelbaren Eindruck meine Kommentare im Dokument zu hinterlassen. Ich habe nur ein einziges Mal die Chance, den Text wie ein normaler Leser zu erfassen – und das ist beim ersten Lesen. Also mache ich mir hier Notizen, die durchaus auch mal emotional, sehr direkt, begeistert oder grummelnd sein können. Die meisten dieser Kommentare bekommt Rainer dann in geordneter Form, die er auch meist sofort umsetzt. Erst dann geht die kleinteilige Arbeit im Detail los.
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An Rainer: Es ist bestimmt eine nervenaufreibende Zeit, wenn dein Buch bei deiner Lektorin liegt. Musst du dich gedulden, bis sie das komplette Werk einmal durchgegangen ist, oder bekommst du regelmäßig Feedback? Kannst du vielleicht Beispiele nennen, bei denen die Lektorin nicht ganz einverstanden war in Bezug auf Charaktere, Spannungsbogen, Sprachstil und Wortwahl (passt das zur Zielgruppe?)?

Nein, ich bin da nicht aufgeregt, da es schon während des Schreibens einen ständigen Austausch mit meiner Lektorin gegeben hat. Gespannt bin ich immer auf ihre konkreten Anmerkungen und Kritiken, die wirklich alles von mir fordern. Wenn die Rohfassung geschrieben ist, beginnt die eigentliche Arbeit – die harte Arbeit. Dann heißt es ändern, streichen, umschreiben. Oftmals liegen unsere Vorstellungen zu bestimmten Szenen auseinander. Meine Lektorin hat einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte und macht Vorschläge, die ich überdenke und in vielen Fällen wird ihre Kritik dann auch umgesetzt, aber ich bestehe auch auf Szenen, wenn ich der Meinung bin, so müssen sie geschrieben werden.
In Band 2 „Das Labyrinth jagt dich“ gab es gleich mehrere Szenen, zu denen wir unterschiedliche Vorstellungen hatten. Jeder versucht dann, den anderen von seiner Sichtweise zu überzeugen, mal setzt sich der Autor durch, mal kann die Lektorin mit ihren Argumenten punkten. Besonders intensiv war das in Band 2 bei den Szenen, in denen eine der Figuren zurückbleibt oder stirbt. Wenn die Story ihre Höhepunkte erreicht, werden auch die Diskussionen leidenschaftlicher. Am Schluss, wenn das Buch dann in Druck geht, sind wir beide erschöpft, wissen aber, wir haben unser Bestes gegeben.
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An die Lektorin: Es gibt bestimmt Streitpunkte. Ist es schwierig, den Autor von einigen Sachen abzubringen, ihn vielleicht umzustimmen, weil sie einfach nicht ins Konzept passen?

Die meisten Autoren stecken so tief im Text, dass sie dankbar für eine Meinung von außen mit ein bisschen mehr Abstand sind. Wenn ein Autor um eine Szene wirklich kämpft, dann versuche ich herauszufinden, warum diese Szene so wichtig ist und manchmal ergibt sich dann im gemeinsamen (Streit-)Gespräch eine Möglichkeit, den Kern der Szene so zu integrieren, dass wir beide einverstanden sind. Meist aber kann Rainer meine Einwände nachvollziehen und sich im Zweifelsfall von einer entsprechenden Szene lösen.
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Frage an beide Parteien: Wie ist das Verhältnis untereinander? Freundschaftlich, oder nur geschäftlich? Wird das fertige Buch vielleicht sogar zusammen gefeiert?

Rainer: Es ist ein professionelles Verhältnis, aber wir gehen freundschaftlich und respektvoll miteinander um. Ich erkenne die Leistung meiner Lektorin in ihrem gesamten Umfang an und bin ihr sehr dankbar für ihre Arbeit an meinem Buch, aber wären wir privat befreundet, hätte ich sie schon längst erwürgt (lächelt).
Zum Feiern bleibt eigentlich keine Zeit, denn kaum ist ein Teil zu Ende geschrieben, wartet auch schon der nächste und die Arbeit geht weiter.

Lektorin: Gemeinsam zu feiern, wäre schön – über das Telefon machen wir das auf jeden Fall, aber meistens bedeutet die Fertigstellung eines Buches für beide Seiten nur den Auftakt zu weiterer Arbeit.
Ehrlich und vertrauensvoll, das sind sicher die wichtigsten Eigenschaften unseres Arbeitsverhältnisses. Ich muss Rainer ehrlich sagen können, was ich über den Text denke und er muss das Vertrauen habe, dass ich aus seinem Text nicht etwas komplett anderes mache. Dabei wird gestritten und gelacht und beinahe jedes Autor-Lektor-Verhältnis sprengt die Definitionen auf seine Weise, weil das einfach etwas sehr Persönliches ist. Es geht schließlich ums Ganze und deshalb zur Sache! 

Vielen Dank für die tollen Antworten!

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Und nun? Nun könnt ihr eine signierte Ausgabe von "Das Labyrinth jagt dich" gewinnen!

Beantwortet mir einfach im Formular folgende Frage:
Was ist der Lektorin beim Plot besonders wichtig? (Antwort findet sich natürlich im Text)

Aber nicht nur das! Für alle die bei mir kein Glück hatten, besteht sogar die Chance eine Eintrittskarte zur Buchmesse in Frankfurt zu gewinnen. Dort habt ihr die Möglichkeit den Autor persönlich kennenzulernen. 

Bittet beachtet:
Das Ticket gilt ausschließlich für Sonntag, den 13.10.2013. Das Meet&Greet findet um 11 Uhr am Arena-Stand statt, dort bekommst du dann auch ein signiertes Exemplar von "Das Labyrinth jagt dich". 
Die An- und Abreise zur Buchmesse ist NICHT Bestandteil dieser Zusatzchance. 

Solltest der Gewinner sowieso schon auf der Buchmesse sein, dann ignoriert einfach die Eintrittskarte und freut euch auf ein Meet&Greet! :)

Der Autor wird den Gewinner ziehen, wenn alle Teilnehmer von allen 5 Blogs zusammengetragen sind.

Bitte vermerkt also in eurer Antwort, ob ihr diese zusätzliche Chance wahrnehmen wollt! :)

Mitmachen könnt ihr bis zum 15. September 23:59 Uhr. Wer sich dann über die signierte Ausgabe freuen darf, wird am nächsten Tag (16.09) bekanntgegeben:


Kleingedrucktes:

  • Teilnehmer bitte nur aus Deutschland.
  • Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postwege verloren gehen sollte. 
  • Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.

Ihr habt die anderen Beiträge verpasst? Kein Problem!
Hier noch einmal der Überblick:

09.09.2013: his & her books - Rückblick auf Band 1
10.09.2013: Bücherkaffee - Leseprobe Band 2
11.09.2013: BuchZeiten - andere Bücher des Autors
12.09.2013: Claudias Bücherregal - Autoren 1x1
Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen! Viel Glück an alle Teilnehmer des Gewinnspiels! 

LG Jan

Kommentare:

  1. wundervolles Interview, ganz toller Beitrag!

    lg
    Steffi

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  2. Stimmt hat mir auch sehr gut gefallen so.

    LG..Karin..

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  3. Ein großartiges Interview, ich finde es klasse auch mal die Hintergrundarbeit zwischen Lektor und Autor zu sehen. Man fragt sich als Leser ja schon oft, wie genau alles im Hintergrund abläuft BEVOR ein Buch veröffentlicht wird.
    LG Ela

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  4. Danke ihr Lieben! Freut mich, dass es euch gefällt! :) LG Jan

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  5. Echt schöner / interessanter Beitrag :)

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  6. Wirklich eine tolle Idee, hat mir sehr gefallen!
    Blogtouren sind einfach was tolles, man erfährt immer so viele unterschiedliche Details - danke dafür!

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  7. Das Interview war sehr interessant -- man bekommt ja selten solche Einblicke! :)

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lauft mir nach ...