Mittwoch, 25. September 2013

Das geraubte Paradies - Bernd Perplies [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Egmont LYX 
Gebundene Ausgabe: 450 Seiten
ISBN: 978-3802586392
Preis: 19,99 Euro
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Carya, Jonan und Pitlit lassen Francia hinter sich. Ihr neues Ziel ist die sagenumwobene Schwarze Zone - hier will Carya endlich mehr über ihre Vergangenheit erfahren. Hier soll auch das Versteck der Erdenwacht liegen - eine Organisation, die schlimme Experimente an Invitros durchführen soll. Liegt Caryas Vergangenheit wirklich dort? Doch die Schwarze Zone gilt als totes Land - lebensfeindlich, sodass noch niemand lebend daher zurückgekehrt ist. Unterdessen verbünden sich Francia und Arcadion gegen den Ketzerkönig von Austrogermania und es steht ein Krieg bevor, der jede Hoffnung auf ein friedliches Leben zunichte machen würde. In der Todeszone angekommen, findet Carya erschreckende Dinge heraus und es bleibt ihr und ihren Freunden nur wenig Zeit, eine Katastrophe zu verhindern.



Bei manchen Abschlüssen fragt man sich, ob man mit dem Lesen direkt beginnen soll, oder den Ausgang der Reihe lieber noch ein wenig vor sich herschiebt. Will man wirklich, dass nach einigen Stunden alles vorbei ist? Nachdem der Start so wunderbar geglückt ist und die Fortsetzung ebenfalls gigantisch war? "Das geraubte Paradies" hat mir so ähnliche Gedanken entlockt! Natürlich habe ich diese aber schnell wieder in den Wind geschossen - ich bitte euch, es handelt sich um DAS GERAUBTE PARADIES!!!! Konnte ich nicht lange liegen lassen, habe ich auch nicht lange liegen lassen und jetzt bin ich traurig, aber nur weil ich die Geschichte nicht mehr vor mir habe.

Das Ende von "Im Schatten des Mondkaisers" war gut auszuhalten - kein mieser Cliffhänger, aber dennoch hatten sich viele Fragen gebildet, die mich total neugierig auf die Fortsetzung und Abschluss der Reihe gemacht haben. So bin ich ein letztes Mal in die dystopische Welt von Bernd Perplies gestiegen, die sich abermals eher wie eine viel frühere Zeit anfühlt, als eine Zukunftsvision. Aber genau diese Atmosphäre hat mich sofort wieder gepackt, mich erneut in diese bedrückende, gefährliche, aber auch faszinierende Zeit geführt und habe mich mit Carya, Jonan und Pitlit auf den Spuren von Caryas Vergangenheit begeben. Der Einstieg gelingt problemlos und Rückblicke lassen viele wichtige Dinge aufblitzen und somit eventuell aufkommende Fragezeichen gar nicht erst entstehen!

Und wieder kann mich der Autor mit seinem Stil begeistern. Herr Perplies schreibt einfach total klasse, sodass die Geschichte wunderbar in meinem Kopf aufblühen konnte. Für manch einen vielleicht schon zu viel, zu ausgeschwungen, aber für meinen Geschmack genau richtig, solange das Erzählte, Beschreibungen oder auch Umschreibungen gut klingen - und das tun sie bei Herrn Perplies allemal. Hier kann einer mit Worten umgehen! Die Geschichte wird wie gehabt aus der Sicht von Carya und Jonan erzählt - aber über die Protagonisten brauche ich mich eigentlich nicht mehr groß auslassen. 

Mir sind weder Carya, noch Jonan unsympathisch geworden und ihre Rollenverteilung bleibt wie gehabt. Er lässt Ihr den Vortritt, ohne dabei selber völlig unterzugehen und das hat mir in den anderen beiden Bänden schon sehr gefallen. Kann man Pitlit überhaupt nicht mögen? Wahrscheinlich nicht und auch ich bin seit seinem ersten Moment in der Geschichte ein Fan von diesem kleinen Halunken! Unterstützung bekommt das Trio von dem kleinen Mädchen Elje, dass unter traurigen Umständen bei ihnen Anschluss gefunden hat. 

Wer glaubt, dass der Abschluss dieser Trilogie ein würdiges Ende findet, der kann sich selber abklatschen, weil er damit recht hat. Die Geschichte besitzt alles, was sie braucht. Es gibt erneut Spannungsmomente, die sich in der Handlung hier und dort verteilen und besonders zum Ende hin sehr dramatisch auftreten. Die Liebesgeschichte zwischen Carya und Jonan wirkt in keinster Weise fehl am Platz und sorgt in den richtigen Momenten für ein gutes Gefühl, nimmt dabei genug Raum ein, um schön zu wirken und vor allem glaubhaft, aber bildet dabei nicht den Kern der Geschichte. Das ist immer noch Caryas Vergangenheit und die Entdeckungen, die dabei gemacht werden. Der Abschluss holt noch einmal alles raus und lässt die Trilogie sehr pompös enden. Ein Ende, mit dem ich wirklich sehr sehr glücklich und zufrieden bin. Fragen bleiben keine zurück und die Reihe mit den wunderschönen Covern bekommt natürlich einen besonderen Platz in meinem Regal - verdient!




Ich bin mit dem Abschluss der Trilogie rund um Carya und Jonan mehr als zufrieden. "Das geraubte Paradies" besitzt alles, was eine gute Geschichte braucht und alles, was ein gutes Ende verdient. Ein letztes Mal durfte ich in die fantastische Zukunftsvision abtauchen, habe zusammen mit den drei liebgewonnenen Helden gekämpft, gelitten und mich mit ihnen gefreut. Habe gespannt mitverfolgt, wie Carya ihren Weg geht und schließlich ihren Frieden findet. Am Ende habe ich den Buchdeckel glücklich zugeklappt, aber auch leicht betrübt, weil nun alles vorbei ist - aber so ist das ja immer mit tollen Büchern!


Ich vergebe verdiente

9/10 
Punkte!

Kommentare:

  1. Warum denn nur 9 von 10, lieber Jan? ;)

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  2. Naja, 9 von 10 ist doch fast perfekt und volle 5 Sterne sind es allemal! :D
    Die Reihe war absolout TOP und Band 2 hätte wahrscheinlich sogar 10/10 bekommen, weil das noch ein bissl mehr MEINS gewesen ist - aber auch der Abschluss war einfach toll! :)
    LG Jan

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  3. Na gut, dann lasse ich das mal so durchgehen :D

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  4. Endlich konnte ich lesen :)

    Wie immer eine absolut wundervolle Rezension <3 und ich kann dir in allem komplett zustimmen :-* Ich bin auch ein bisschen traurig, dass nun alles vorbei ist!

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lauft mir nach ...