Samstag, 14. September 2013

Metamorphose am Rande des Himmels - Mathias Malzieu [Rezension]

Bildquelle
Verlag: carl's books
Broschiert: 160 Seiten
ISBN: 978-3570585207
Originaltitel: Metamorphose en bord du ciel
Preis: 12,99 Euro
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Tom Cloudman liebt den Adrenalinkick. Hohe Sprünge, rasante Fahrten, Hauptsache gefährlich. Als Stuntman ist Tom aber eine richtige Null - doch das ist ihm egal, er liebt seinen Job! Nachdem er nach einem misslungenen Auftritt ins Krankenhaus kommt, wird bei ihm eine Krankheit festgestellt, die ihn fortan an die Klinik kettet. Er sehnt sich danach wieder frei zu sein. In seiner Verzweiflung baut er sich zwei Flügel, klaut aus den Kissen die Federn und träumt davon fortzufliegen. Eines Abends, auf dem Dach des Krankenhauses, begegnet er einem wundersamen Wesen. Die Vogelfrau macht ihm ein Angebot, das sich in Toms Ohren unbeschreiblich, unfassbar und sehr verlockend anhört ...



Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, als ich das erste Mal auf Mathias Malzieu aufmerksam geworden bin. Sein kleiner, aber feiner Roman "Die Mechanik des Herzens" war ein klarer Überraschungshit für mich. Eine faszinierende, verrückte Geschichte, vollgepackt mit ganz viel Gefühl und Emotionen. Ich war total begeistert.

"Metamorphose am Rande des Himmels" klingt ebenso vielversprechend, verrückt und skurril, doch konnte es mich leider nicht vollends überzeugen.

Das Cover jedoch ist erneut ein absoluter Eyecatcher. Ein wunderschönes, verspieltes Motiv, traumhaft schöne Farben. Im Gesamtbild vielleicht schon ZU viel, zu kitschig, aber es passt wirklich perfekt zur Geschichte. Definitiv TOP! Der Autor ist sich auch seinem Stil treu geblieben. Er schreibt sehr bildhaft, fast schon verspielt, einfach, aber dennoch glanzvoll - passend zum Cover!

Die Hauptperson Tom Cloudman ist wahrhaftig ein komischer Kauz. Stuntman von Beruf und darin eine Katastrophe. Jeder Stunt endet in einem Sturz, aber das kann Tom nicht davon abhalten weiterzumachen. Er liebt den Kick, das Adrenalin, das dabei durch seine Adern schießt. Er war mir direkt sympathisch, weil er so überspitzt daherkommt und vor Naivität strotzt und fast noch wie ein Kind wirkt.

Was mir besonders an "Die Mechanik des Herzens" gefallen hat, war die Vielschichtigkeit der Personen. In den wenigen Seiten ist es dem Autor gelungen, Emotionen perfekt auf den Leser zu projizieren. Dadurch ist der Roman erst so lebendig geworden und hat die skurrile Geschichte zu etwas Besonderem gemacht. In Malzieus zweitem Werk hat mir das leider etwas gefehlt. Der Funke wollte nicht überspringen. Mir hat die Gänsehaut beim Lesen gefehlt. Das habe ich vor allem in der "Beziehung" zwischen Tom und der Vogelfrau Endorphina gespürt, vielleicht auch, weil Tom mir immer so jung und unreif vorgekommen ist. Ebenso in dem Punkt, als Tom von deiner Krankheit erfährt, kann die emotionale Stärke des Romans nicht wirklich auf mich übergreifen.

Die Geschichte an sich ist einfach total ausgeflippt und das mag ich total. Manchmal ist so ein Ausbruch in eine übertriebene Handlung eine schöne Abwechslung. Dadurch, dass "Metamorphose am Rande des Himmels" aber im Zusammenspiel auch auf die emotionale Ebene setzt und zum Beispiel auf Spannung und dergleichen kein Geld wettet, habe ich die Geschichte gerne gelesen, aber weniger gefühlt.



Mathias Malzieu weiß, wie man absolut verrückte, skurrile, abgedrehte Geschichten schreibt. Der passende Stil umwebt die Handlung perfekt und nette Charaktere laden zum Mitverfolgen ein. Leider hat mir die emotionale Bindung zu den Figuren gefehlt, sodass ich das Buch zwar gerne gelesen, es mich gefühlsmäßig aber nicht sonderlich stark fesselnd und überzeugen konnte, wie noch "Die Mechanik des Herzens".

Ich vergebe

6/10 
Punkten

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