Mittwoch, 9. Oktober 2013

Die gestohlene Zeit - Heike Eva Schmidt [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Knaur TB
Taschenbuch: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3426513118
Preis: 12,99 Euro
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Wir befinden uns im Jahr 1987, als die junge Studentin Emma, als Begleiterin einer Schulklasse, eine Wanderung in den Bergen unternimmt. Ziel sind die Dolomiten. Im Rosengarten-Massiv findet sie einen wunderschönen Ring, der eine geheimnisvolle Macht auf sie auszuüben scheint. Doch ehe sie sich versehen kann, wird sie von zwei Schülern überwältigt, die ihr den Ring abnehmen und sie verletzt am Boden zurücklassen. Als Emma benommen erwacht, sieht sie sich einer Gruppe Zwergen gegenüber, die sie gefangen nehmen und ins Reich Laurin bringen, dem mächtigen Zwergenkönig. Dort soll sie 3 Tage später seine Frau werden. Einen verbündeten findet Emma in dem Menschen Jonathan, der ebenfalls von Laurin gefangen gehalten wird. Gemeinsam gelingt ihnen knapp die Flucht, werden jedoch von König Laurins Zauber getroffen. In der Oberwelt muss Emma entsetzt feststellen, dass mittlerweile 30 Jahre vergangen sind und sie vor Laurin immer noch nicht in Sicherheit sind ...


Als ich den Klappentext von "Die gestohlene Zeit" das erste Mal beäugt habe, war ich zugegebenermaßen abgeschreckt. Zwergenkönig klag für mich einfach im ersten Moment zu sehr nach High Fantasy und das ist so überhaupt nicht mein Lesegeschmack. Aber der Name Heike Eve Schmidt war schon Grund genug, mich völlig neugierig auf die Geschichte zu machen, konnte mich "Purpurmond" im letzten Jahr doch sehr überzeugen! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - und hier habe ich definitiv gewonnen. "Die gestohlene Zeit" ist vor allem eines - unterhaltsam!

Frau Schmidt vergeudet auch wenig Zeit damit, den Leser mit einer zu großen Einführung hinzuhalten. Die Ereignisse nehmen zügig ihren Lauf und schon nach wenigen Seiten ist man mitten im Geschehen. Dabei ist der Stil der Autorin wunderbar zu lesen. Den Gegebenheiten der Handlung in Bezug auf Sprache, Zeit und Umgebung angepasst und zügig zu lesen. Ich hatte wahrlich meine Freude!

Die Hauptprotagonistin Emma ist mir direkt als "präsente" Erscheinung entgegengesprungen. Eigentlich eine normale junge Frau, die sich vielleicht noch nicht recht entschieden hat, wo sie einmal hin will, aber momentan mit ihrer besten Freundin das Leben genießt. Emma macht jetzt keine wahnsinnige Entwicklung in der Handlung durch, bleibt aber jederzeit absolut sympathisch. Ihre Art hat etwas Frisches, Fröhliches, Lustiges an sich, sodass ich sie gerne begleitet habe. Es gibt unzählige Passagen im Buch, die ich nur mit einem dicken Grinsen oder einem verschmitzten Lachen beenden konnte, weil Emmas Sprüche, oder ihr Verhalten einfach so humorvoll sind - und das nicht immer von ihr geplant! Wunderbar!! 

Jonathan als männlicher Gegenpart war ebenfalls sympathisch, auch wenn ich ihn immer als Thomas Anders-Verschnitt vor Augen hatte - aber daran ist die Autorin selber schuld. Als beide mit der Zukunft konfrontiert werden, läuft natürlich nicht alles glatt und Emma muss sich vielen Dingen stellen, die es in ihrer Zeit einfach noch nicht gab - oftmals sehr amüsant.

Die Geschichte entwickelt sich zu meiner Freude weniger in eine High Fantasy Richtung. König Laurin spielt zwar eine wichtige Rolle, doch bleibt die Handlung zum Großteil im Jahre 2014. Die jagt nach dem Ring bleibt pausenlos aufregend und auch die Momente im Zwergenreich sind fesselnd. Die Liebesgeschichte - natürlich gibt es auch die - bleibt angenehm klein und fügt sich perfekt als Nebenstrang an.  Ich mochte die kleinen Andeutungen auf andere Märchengeschichten, wie Cinderella, oder gar Herr der Ringe, in Bezug auf den Ring, der Macht ausübt - jedoch so wage, dass man "Die gestohlene Zeit" nie als Abklatsch bezeichnen würde. Dafür ist der Plot zu originell und steht auf eigenen Beinen. Das Ende lässt mich zufrieden zurück und schließt mit keiner offenen Frage.



Heike Eva Schmidt ist mit "Die gestohlene Zeit" ein wunderbarer Roman gelungen, den ich noch so gar nicht in eine Sparte stecken kann. Etwas Zeitreise, etwas Fantasy - ein willkommener Mix. Die Protagonistin ist absolut sympathisch und die Handlung wird auf spannende, aber auch unterhaltsame, humorvolle Art erzählt. Ich fühlte mich die gesamte Geschichte durch gut unterhalten und kann diesen Roman an alle empfehlen, die auf ein lockeres Lesevergnügen hoffen, in der der Spaß im Vordergrund steht.


Von mir gibt es

8/10 
Punkten!

Kommentare:

  1. Hmmm... Ich weiß nicht, ob es mir gefallen würde?
    Sag du! :-)

    glg
    Steffi

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  2. Aber nicht so sehr HF hört sich schonmal sehr vorteilhaft an :-)

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  3. Ich sag JA! Ich glaube du hättest deinen Spaß mit dem Buch! :)

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  4. Ich habe mich auch zunächst gefreut, als ich entdeckte, dass ein neues Buch von H.E. Schmidt erscheint - und als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich ebenfalls, dass mir das (Zwerge etc.) doch zu fantastisch ist. Natürlich war "Purpurmond" ebenfalls mit ein paar fantastischen Elementen gespickt, hielt sich aber doch deutlich in Grenzen. Deine Rezension macht doch wieder Mut, dass auch der aktuelle Titel gefallen kann. Handelt es sich denn erneut um einen Einzelband?

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  5. Hallo Patricia! Danke für deinen Kommentar :)
    Ja, es handelt sich auch hier erneut um einen Einzelband! :)
    LG Jan

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  6. Nur das Happy End ist dann doch etwas zu kitschig!

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