Dienstag, 17. Dezember 2013

Die Erben von Atlantis - Kevin Emerson [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuch: 432 Seiten
ISBN: 978-3453315280
Originaltitel: The Lost Code - The Atlanteans Book 1
Preis: 12,99 Euro
Direkt kaufen: Amazon, Verlag




Owen lebt in einer Zeit, in der die Außenwelt ein todbringendes Gebiet ist. Durch die Klimaerwärmung und die gefährlichen Strahlen der Sonne haben sich die Menschen unter die Erde oder unter riesigen Kuppeln zurückgezogen. Bei einem Schwimmwettbewerb im Feriencamp Eden-West passiert Owen etwas Unglaubliches - er geht unter und droht zu ertrinken! Doch als er 10 Minuten unter Wasser überlebt, ist ihm klar, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass er unter Wasser atmen kann und er mit dieser Fähigkeit der Schlüssel zu einer besonderen Macht ist, hinter der noch ganz andere Menschen her sind - skrupellose Menschen, die vor nichts zurückschrecken!


Als ich den Klappentext das erste Mal gelesen habe, dachte ich sofort an das Wort Dystopie. Die Welt hat sich verändert, die Natur spielt verrückt, die Menschen haben sich aus ihrem einstigen Lebensraum zurückgezogen und entwickelten Alternativen, die ein Überleben möglich machen. Doch "Die Erben von Atlantis" schlägt eine komplett andere Richtung ein. Die Geschichte von Owen ist ein Fantasy/Abenteuer - Roman, der in seinem eigenen kleinen Kosmos spielt und größtenteils die äußerlichen Einflüsse ignoriert. Vielleicht konnte mich das Buch deshalb nicht ganz überzeugen, weil ich mit etwas ganz anderem gerechnet hatte.

Mein Hauptproblem dieser Geschichte lag insbesondere an dem Start, der sich meiner Meinung nach einfach viel zu lang gezogen hat. Klar, man lernt den Protagonisten gut kennen, doch nach gut der Hälfte des Buches darf gerne schon mal etwas Spannendes passieren. Dabei bekommt der Leser Owens missliche Lage mit seiner besonderen Gabe direkt zu Beginn vor Augen geführt - es war auch bestimmt nicht uninteressant, den weiteren Werdegang und vor allem das Kennenlernen seiner Fähigkeit mitzuverfolgen. Jedoch fehlte mir die direkte Andeutung einer großen Gefahr. Was kommt auf Owen zu? Irgendetwas muss doch passieren? Nach der Hälfte des Buches war ich etwas verloren und hatte kaum Anreize, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Dabei ist mir Owen ziemlich sympathisch gewesen. Zu Beginn ein wenig der Außenseitertyp, der sich nicht all zu viel zutraut, total verknallt, in ein hübsches Mädchen, bei dem er sich keine Chancen erhofft. Das ändert sich im Verlauf der Handlung natürlich und man erlebt mit Owen die typische Verwandlung eines unsicheren Protagonisten mit. Nichts Neues, aber eben auch nichts Nerviges - ich mochte ihn gerne.

Die Nebencharaktere sind ziemlich flach gehalten, was bei dieser Art von Geschichte auch nicht wirklich stört. "Die Erben von Atlantis" soll vor allem eines - unterhalten und Spaß machen, und nachdem man die erste Hälfte des Buches soweit überstanden hat, kann man diese Aspekte auch in den Seiten finden. Die Geschichte wird rasanter, es passiert mehr Action und die Handlung definiert sich dann doch etwas komplexer, was ich dann auch nicht mehr erwartet hätte.

Nach einem turbulenten Ende klingt "Die Erben von Atlantis" ruhig und ohne fiesen Cliffhanger aus. 

Der Stil von Kevin Emerson passt sich den Gegebenheiten der Geschichte an. Kurzweilig, flüssig zu lesen - aber auch ohne das besondere Etwas. 

Ich hatte ja oben schon angedeutet, dass dieses Buch in seinem eigenen kleinen "Raum" spielt, aber ich finde die Inhaltsangabe verspricht etwas anderes, viel Größeres. Es mag gut sein, dass sich die Geschichte noch nach "draußen" entwickelt und es gibt auch das ein oder andere Anzeichen dafür. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Punkt in diesem Buch leider ziemlich mickrig.



Nach diesem etwas ernüchternden ersten Band bin ich mir noch nicht sicher, ob ich zu einer Fortsetzung greifen würde. Obwohl mir der Protagonist Owen direkt sympathisch war, hatte ich vor allem Probleme mit dem Start in dieses Buch. Mir war die Handlung in der ersten Hälfte zu langgezogen, zu unspannend und etwas unspektakulär. Darüber hinaus fehlten mir Hinweise/Andeutungen auf das große "Etwas", die mich zum Weiterlesen antreiben hätten sollen. Die zweite Hälfte des Buches erweißt sich da schon als rasanter und packender!

Von mir gibt es

5/10
Punkten!

Kommentare:

  1. Schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat. Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich der Lesegeschmack doch sein kann. Ich fand das Buch nämlich klasse und es war ein Highlight für mich in diesem Jahr. Auch der Anfang gefiel mir gut, aber ich lese allgemein sehr gern über solche Feriencamps und war als Kind selbst in ähnlichen Ferienlagern. Für mich hat daher alles gestimmt.
    LG
    Sunny

    AntwortenLöschen
  2. Ui ui ui... Schnell mal von der Wunschliste getilgt :o

    Danke für die aussagekräftige Rezi <3

    lg
    Steffi

    AntwortenLöschen
  3. Freut mich, dass es dich überzeugen konnte, Sunny! :) Ich hatte wahrscheinlich einfach die falschen Erwartungen und war daher ein wenig enttäuscht!^^
    Bitte, Steffi! xD

    AntwortenLöschen
  4. Ich hab das Buch seit ein paar Tagen ungelesen hier stehen. Hoffentlich kann es mich mehr begeistern als dich :)

    AntwortenLöschen
  5. Das Buch hab ich auch noch ungelesen hier stehen. Ich bin mal gespannt wie es mir gefällt, ich hatte nämlich auch eine Dystopie erwartet. Aber Fantasy/Abenteuer klingt jetzt auch nicht schlecht ^^

    Liebe Grüße,
    Jenny

    AntwortenLöschen
  6. Dann bin ich ja gespannt, wie es euch beiden gefällt - also ganz schnell lesen! :D

    AntwortenLöschen
  7. ...und ich war schon drauf und dran, das Buch unbedingt haben zu wollen...Danke für die gute Beschreibung, Jan!

    LG

    Kay

    AntwortenLöschen
  8. Ich möchte es dennoch gerne lesen, steht schon auf meiner Wunschliste und kommt auch bald an :) Ich bin gespannt, was es mir abgewinnen kann - habe jetzt allerdings auch nur dein Fazit gelesen, weil ich vorher ganze Rezensionen nur lese, um herauszufinden, ob ich mir ein Buch anschaffen soll oder nicht.
    Gruß Jimmy

    AntwortenLöschen
  9. Ach je, das klingt ja wirklich mehr öde als gut *von der Wunschliste streiche*.
    Ich habe auch mit einer guten Dystopie gerechnet, so kann ein Klappentext täuschen ^^.

    Deine Rezi ist aber natürlich trotzdem toll <3

    AntwortenLöschen
  10. Rein vom Klappentext her hätte ich das Buch auch interessant gefunden. Aber wenn es sich so in die Länge zieht, hab ich auch keine Lust darauf. Dafür gibt es einfach zu viele andere gute Bücher.

    Danke jedenfalls für die tolle Rezi :-)

    LG Michaela

    AntwortenLöschen
  11. Oh je,oh je :D Zum GLÜCK habe ich es nicht genommen, fand aber auch, dass es ganz gut klang...Danke für die Warnung mon EièrLiköööör <3

    AntwortenLöschen

lauft mir nach ...