Donnerstag, 5. Dezember 2013

Phobia - Wulf Dorn [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
ISBN-13: 978-3453267336
Preis: 19,99 Euro

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Sarah Bridgewater ist mit ihrem Sohnemann allein zuhause. Mitten in der Nacht kommt dieser völlig aufgelöst in ihr Schlafzimmer. Schon wieder hat er sich eingebildet etwas zu sehen, was nicht da ist - draußen, vor seinem Fenster. Sarah erlaubt es Harvey in ihrem Bett zu schlafen, ihr Mann Stephen ist sowieso auf Geschäftsreise - oder doch nicht? Kurz darauf hört sie vertraute Geräusche aus der Küche, die nur von Stephen stammen können. Verwundert macht sich Sarah auf dem Weg ins Erdgeschoss. Doch der Mann in ihrer Küche ist nicht Stephen. Er bewegt sich wie er, trägt sogar seine Kleidung, doch der Mann ist ihr völlig fremd. Panik erfasst Sarah ...


So schnell der Fremde aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder fort. Für Sarah hat der Albtraum jedoch erst begonnen. Stephen ist plötzlich spurlos verschwunden. Völlig hilflos sucht sie Hilfe bei ihrem alten Jugendfreund Mark und gemeinsam kommen sie einem grausamen Psychospiel auf die Schliche.




"Phobia" sollte nach längerer Pause endlich mal wieder ein Thriller für mich sein, der etwas "härter" ist - da ich sonst, wenn überhaupt, meist nur Jugendthriller lese. Das Cover macht definitiv neugierig und weckt Hoffnungen auf eine spannende Lektüre, die einem das Fürchten lehrt. Im Endeffekt kommt es leider etwas anders, wie erhofft.

Das gesamte Grundgerüst ist ziemlich einfach aufgebaut und "Phobia" ist kein Musterbeispiel für einen ausgeklügelten Thriller, der gelegentlich durch Wirrungen und verstrickten Handlungssträngen trumpft. Vielmehr setzt dieses Buch auf seine Einfachheit und will wahrscheinlich hauptsächlich nur gruseln und Angst einjagen. Hinzu kommt, dass auch der sprachliche Stil sehr schlicht und schmucklos ist. Keine Frage, "Phobia" lässt sich rasant lesen, doch leider ist die Handlung teilweise weit weniger temporeich, wie erwünscht.

Dabei hat der Einstieg sehr vielversprechend begonnen. Die gewünschte gruselige Atmosphäre stellt sich schnell ein und ich habe gebannt an den Seiten geklebt. Ist der erste Schreck aber erst einmal verdaut, passiert stellenweise wenig Spannendes. Gelegentlich wechselt die Perspektive auf die Seite des "Bösen", was einem gut die Gelegenheit gibt, ein wenig die Hintergründe der Motive zu hinterfragen. Natürlich platzt Wulf Dorn nicht direkt mit der Pointe ins Zimmer und lässt einigen Raum für eigene Spekulationen. Nichtsdestotrotz musste ich mich nicht selten durch Durststrecken kämpfen.

Den Großteil der Handlung bekommen wir durch Sarah und Mark geschildert. Beide sehr einfach gestrickte Protagonisten, die für den Moment der Geschichte aber genügen. Bei einem Thriller kommt es mir nicht unbedingt darauf an, dass die Vita eines Charakters herausragend ist. So konnte ich mich mit beiden anfreunden, hatte bei Mark aber auch das Gefühl, dass seine "zusätzliche" Geschichte, die ihm vom Autor aufgebrummt wurde, einfach unnötiger Ballast für die Handlung ist. Für mich leider ein unnötiger Versuch, der Person etwas Tiefe zu verpassen.

Die oft vermisste Spannung taucht vereinzelt dann doch auf und besonders zum Ende hin kann mich "Phobia" immer wieder fesseln. In der Summe ist mir das aber zu wenig und auch die Auflösung kann mich nicht wirklich vom Hocker hauen. Alles in allem ein netter Thriller für zwischendurch, dem es aber gehörig an Spannung fehlt.


Das wichtigste Element eines Thrillers, die Spannung, fehlt mir bei "Phobia" zum Großteil. Der Einstieg in die Geschichte ist sehr vielversprechend, doch leider verliert sich die Handlung ein wenig durch unnötigen Ballast der Protagonisten. Der Stil und das komplette Grundgerüst sind sehr einfach aufgebaut und dadurch lässt sich dieses Buch sehr schnell lesen, bleibt wahrscheinlich aber auch nicht lange im Gedächtnis. Dafür fehlte mir einfach das gewisse Etwas. Dennoch durchaus geeignet für Genre-Einsteiger.


Ich vergebe

5/10
Punkten

Kommentare:

  1. Ups... das klingt ja nur begrenzt mitreißend :-( und wenn schon wenig ausgeschmückt ist, dann muss die "aufgebrummte" Nebengeschichte ja wirklich nicht sein. :-(

    Da hätte ich anderes erwartet.

    Danke für die Rezi <3

    lg
    Steffi

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  2. Hey :)

    Genreeinsteiger wär ich wohl und der Klappentext hört sich auch spannend an, aber wenns bei der Spannung so hapert :D Dann warte ich wohl noch eine Weile mit Thrillern (die Genres, die ich jetzt schon lese füllen genug Regalreihen aus).

    Uuuuuh du liest jetzt Mäuse von Deptford. Ich hoffe das Buch taugt was für dich, ist immerhin 10 Jahre her, dass ich es gelesen habe :) Schauen wir mal ob man meiner Beurteilung von damals trauen kann xD

    Liebe Grüße

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  3. Leider kann ich Deine Begründungen auch noch verstehen! *sniff* Das Buch ist bei Weitem nicht sein Bestes ABER... gemocht habe ich es komischerweise trotzdem xD Wie das halt so ist mit Lieblingsautoren. Ich war ja dafür von "Die Verratenen" weniger begeistert. x)

    Hast Du von Wulf Dorn schon andere Bücher gelesen? Wenn nicht, dann hol das bloß nach :p Mich interessiert wirklich, ob ein Buch von ihm bei Dir so richtig punkten kann xD

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  4. Misty, ich liebe ja solche Geschichten! :D Bisher mag ich es auch sehr gerne^^
    Das wusste ich gar nicht, Anne! xD Vielleicht gefallen mir seine anderen Thriller ja deutlich besser - hoffentlich! :D
    LG Jan

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  5. Ich finde ja schon das Cover hässlich ^^ schade, dass auch der Inhalt nicht das Erwartete verspricht.

    Deine Rezi ist natürlich trotzdem super <3

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  6. Ich war von "Phobia" begeistert! Aber noch besser gefallen hat mir "Trigger". Das aktuelle Cover finde ich voll spooky... *grusel*
    Aber: gottseidank sind Geschmäcker ja verschieden.
    Trotzdem: solltest du nochmal ein Buch von ihm lesen wollen, dann "Trigger".

    LG, SaCre

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  7. Das steht ja nun auch bei mir herum...ohjeeee. xD Da habe ich nun so drauf bestanden und dann DAS! Mhhhh....ich werde es mal weit hinten auf die Leseliste schieben, denn ein unspannender Thriller war schon mein Tod als ich ausschließlich welche gelesen habe. ;D
    Aber deine Rezi ist seeehr schön!^^

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  8. Genre-Einsteiger bin ich jetzt eher nicht, vielleicht hat mich "Phobia" auch deswegen eher gelangweilt. Der Ballast von Mark kommt wohl aus "Trigger" - da durfte er auch schon ran. Das habe ich aber nicht gelesen und ich fand es auch unnötig Mark so viel Raum in "Phobia" zu geben. Es ging ja teilweise wirklich mehr um ihn als um den eigentlich Fall.

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lauft mir nach ...