Donnerstag, 13. Februar 2014

Die Jäger der Nacht - Andrew Fukuda [Rezension]

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Verlag: Ravensburger Buchverlag
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 978-3473400898
Originaltitel: The Hunt
Preis: 16,99 Euro
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Genes Leben ist eine Fassade. Jedes Mal wenn er sich in die Öffentlichkeit wagt, muss er sich beherrschen, die Kontrolle bewahren. Ein falscher Blick, ein Niesen, ein Husten, ein Gähnen, ein Lachen - ein Tropfen Blut und er wäre tot. Gene ist nicht wie die Anderen, er ist ein Mensch. Ein Wolf im Schafspelz, um in der Masse unerkannt zu bleiben. Nach 10 Jahren soll endlich wieder eine Hepra-Jagt stattfinden. Alle sind aus dem Häuschen und jeder hofft, Glück bei der Auslosung zu haben, denn nur Wenigen ist das Vergnügen vergönnt, jagt auf Menschen machen zu dürfen. Es kommt, wie es kommen muss und plötzlich findet sich Gene unter den Gewinnern. Wie soll er seine Rolle weiterspielen? Wie kann er weiterhin unerkannt bleiben, wenn fortan jeder ein Auge auf ihn geworfen hat?



"Die Jäger der Nacht" habe ich jetzt schon eine Weile auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Da in letzter Zeit einige begeisterte Meinungen zu diesem Werk aufgetaucht sind, habe ich mich kurzer Hand entschieden, es endlich zu erlösen. Durch die positiven Meinungen war ich natürlich total eingeheizt und sehr gespannt, wurde letztendlich aber etwas enttäuscht. 

Ich hatte von Anfang an meine Probleme mit der Glaubhaftigkeit. Wir lernen den Protagonisten Gene kennen, wie er in einer Welt zurechtkommen muss, in der er sich permanent verstellen muss, um nicht aufzufallen und damit am Leben zu bleiben. Die "Leute" unter denen er lebt sehen vielleicht aus wie Menschen, sind es aber in keinster Weise. Hungrig nach Fleisch und Blut, Angst vor dem Sonnenlicht, das sie sofort zerstören würde und eine enorme Stärke und Schnelligkeit zeichnet sie aus. Um nicht enttarnt zu werden, muss sich Gene an ein paar grundsätzliche Regeln halten. Er darf nicht lachen, schwitzen, husten, sich räuspern, zittern, bluten, muss frei von Körperhaaren sein und rohes Fleisch essen. Klingt einfach, dieses Programm jeden Tag aufs Neue durchzuziehen und das sein ganzes Leben lang. Aber mal ernsthaft, wie kann man das mit gutem Gewissens einfach so hinnehmen? Wie will man verhindern, dass man schwitzt, vor allem, wenn man einer Situation ausgesetzt ist, die nicht ganz stressfrei ist. Was macht er, wenn er krank wird? Wenn ihm die Nase juckt und er niesen muss?

Für mich hat dadurch die Geschichte ganz einfach viel von ihrem Reiz verloren und ich konnte mich mit dem Protagonisten nicht so recht anfreunden. Zumal ich nicht verstehen konnte, warum er überhaupt noch ein Mensch bleibt und nicht einfach einer von Ihnen wird und sich verwandeln lässt. So wie ich das mitbekommen habe, führen diese "Leute" ein ziemlich soziales Leben. Gehen zur Schule, feiern Partys, haben Beziehungen. Dann wäre die Angst, das Versteckspiel einfach vorbei. Ich weiß, wie soll das funktionieren? Er müsste ja sofort zerfleischt werden. Seltsam, dass das genau seinem Vater passiert ist. Ihr seht, die Logik steht auf unserer Seite. Im weiteren Verlauf kommen noch einige weiter unlogische Dinge hinzu, die ich einfach nicht ignorieren konnte und mir einiges an Spaß genommen haben.

Dabei lässt sich das Buch sehr gut lesen. Andrew Fukudas Stil hat mir gefallen und ergänzt sich gut zu der Schnelllebigkeit der Handlung. Auch die Idee mit der Jagt hört sich vielversprechend an und die Sache mit der Kuppel unter der die Hepras leben und in der Nacht vor den "Leuten" geschützt sind hat mir ziemlich gefallen. Dadurch, dass mir alles ein wenig zu schwammig war, konnte sich aber leider nie eine kontinuierliche Spannung aufbauen. Hin und wieder gab es turbulente Szenen, die aber schnell wieder verebbt sind.

Komischerweise mochte ich aber die "Beziehung" zwischen Gene und Ashley June, ein Mädchen aus seiner Klasse, das ebenfalls ausgelost wurde (so ein Zufall!), sehr gerne.

Auf den letzten Seiten merkt man deutlich, wie der Autor die Geschichte vorantreibt und ich habe mich sogar selbst dabei ertappt, wie mich die Seiten dann doch fesseln konnten - man will ja dann doch wissen, ob alles gut ausgeht. Nichtsdestotrotz spare ich mir die Fortsetzung, denn an der Beschaffenheit und Glaubwürdigkeit wird sich wahrscheinlich nichts mehr ändern.


Meine Erwartungen an "Die Jäger der Nacht" waren, nach den positiven Meinungen, ziemlich hoch. Letztendlich musste ich aber schnell feststellen, dass mir Glaubwürdigkeit und Logik in einer Geschichte doch sehr wichtig sind, um ein Buch richtig genießen zu können. Andrew Fukudas Werk konnte mir das leider nicht bieten. Erst zum Ende hin habe ich mich etwas mit der Handlung angefreundet und einige Ansätze in der Grundidee waren nicht schlecht. In der Summe bleibt das Buch aber weit hinter meinen Erwartungen!

Ich vergebe

5/10
Punkten

Kommentare:

  1. Schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat :D Ich finde ja nichts schlimmer als Logiklöcher...das Buch liegt auch auf meinem SuB, nachdem ich soo viele positive Rezis gelesen habe, musste ich es mir natürlich besorgen xD naja, mal sehen wie es mir gefällt :)
    Schöne Rezi!
    Liebe Grüße,
    Ebru!

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  2. Hm. Also zuerst einmal, wirklich schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Deine Kritik ist zwar verständlich, kann ich aber nicht teilen. Es wundert mich, dass dir diese Kritikpunkte so sehr die Lesefreude genommen haben ,da dir in anderen Büchern solche Dinge gerade gefallen haben ;) Ein Pferd als Spürhund? Ein Pferd, dass im Wasser lebt und Menschen tötet? :D Geschmäcker sind zum Glück aber ja sehr verschieden, andernfalls wärs auch öde ;)<3

    Liebste Grüße
    Shan Ty

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  3. Halt, halt halt, ich glaube du hast mich da missverstanden! :D
    Wenn ich danach gehen würde, dann dürfte ich kein Fantasy mehr lesen. Ein Pferd ist eben nur ein Pferd und wenn es nur ein Pferd ist, dann soll es sich auch bitte so benehmen. Wäre das Pferd aber zum Beispiel durch Mutationen so verändert worden, dass es die Eigenschaften eines Spurhund angenommen hätte, dann wäre das völlig in Ordnung gewesen - aber dem war ja nicht so! :D Sonst müsste ich ja bei jedem Vapirbuch meckern, dass die Geschichte ja total unreal wäre, weil es ja keine Vampire in der Wirklichkeit gibt. Natürlich gab es Bücher, die hier und da ihre Logikfehler gehabt haben, was mich aber kaum gestört hat - hier jedoch ist das zu stark ins Gewicht gefallen, weil das immer so viele wichtige Punkte betroffen hat.
    Ich glaube, das liest man auch ganz gut aus meiner Meinung heraus! :D
    Geschmäcker sind natürlich verschieden und ich freue mich, dass du mehr Spaß mit dem Buch hattest! :D <333333

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  4. Guten Tag :)
    Das Ding mit der Logik...nunja...es ist ja so, eigentlich ist es logisch nur nach deiner Logik ist es eben nicht logisch, was unweigerlich zum Verlust des Lesespaßes führen musste. Nächstes Mal nimmst du einfach meine Logik. xD Nein Quatsch...ich finde es schon ok, wie du das siehst, mich hat es nur kein bisschen gestört. Im Gegenteil...ich bin also NICHT deiner Meinung...wuhuuuu :D
    Deine Rezi ist dennoch wie immer toll, der Umgang mit den Worten ändert ja nix am Inhalt. :P

    Liebe Grüße
    Becca :)

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  5. Haha! xD
    Wahrscheinlich hassen alle die dieses Buch lieben meine Rezension. Ich kann mir richtig vorstellen, wie Steffi und Kay mit dem Kopf geschüttelt haben :D
    Aber hier hatte ich gleich von Anfang an meine Probleme :(
    Eine völlige Katastrophe war es ja dann doch nicht - es gab schlimmere Bücher! :D

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  6. Ich hätte ja echt nicht gedacht, dass du so wenig Spaß an den Jägern hast...auch wenn ich deine Kritikpunkte natürlich auch verstehen kann. Ich muss das Buch ja eh erst lesen um zu gucken, wie es mir gefällt ;)
    Deine Rezi ist wie immer toll <3<3<3

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  7. Danke, Ally! :)
    Ich hoffe dich werden diese Punkte nicht stören und du hast mehr Spaß beim Lesen! :D
    <33

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  8. Ich liebäugele ja schon eine ganze Zeit mit der englischen Version "The Hunt". Hatte ehrlich gesagt gar nicht mitbekommen, dass das jetzt übersetzt wurde xD
    Nach Deiner Rezensionen ... schieb ich das Ganze mal ein Stückchen nach unten auf der Wunschliste. Ist auch mal nicht schlecht ^^ Der SuB freut sich :D

    Alles Liebe,
    Anne

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  9. Anne, du MUSST es lesen und mir bitte sagen, dass ich mit meiner Meinung nicht allein bin! :D

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  10. ...warum sollte ich denn mit dem Kopf schütteln, wenn du dir Mühe gibst, eine Buchbesprechung in Worte zu fassen ;-) Es ist deine Meinung, und gut ist. Das kann man gut akzeptieren. Ich werde doch keine Rezension rezensieren :-P

    Freu mich auf ein gemeinsames Bier bei der Buchmesse. Da besprechen wir dann alles ;-)

    Liebe Grüße

    Kay

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  11. Das war auch nicht ganz ernst gemeint :-D
    Meinst die haben da Bier? Hoffentlich haben wir überhaupt Zeit dazu! :-D

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  12. ...das wird wahrscheinlich eher das Problem werden. Ihr müsst ja den letzten Zug um 20.30 Uhr erwischen. Ich fürchte, das Bier muss ich dann allein trinken ;-)

    LG

    Kay

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  13. Gut, oder so. Schieb ich es auf der Wunschliste eben wieder nach oben :D
    Wobei das englische TB anscheinend 2-4 Wochen auf sich warten lässt o.o Und das deutsche HC kaufen, um dann festzustellen, dass ich Spür-Pferde auch nicht mag? >.< Eher nicht xD

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lauft mir nach ...