Montag, 10. März 2014

Dustlands - Der Herzstein - Moira Young [Rezension]

Bildquelle
Verlag: FISCHER FJB
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
ISBN: 978-3841421463
Originaltitel: Rebel Heart
Preis: 16,99 Euro
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Zusammen mit Tommo, ihrem Bruder Lugh und ihrer Schwester Emmi, macht sich Saba auf den Weg nach Westen. Die Reise ist jedoch alles andere als leicht und vor allem Sabas "Erscheinungen" treiben sie allmählich in den Wahnsinn. Einzig und allein ihr Ziel - Jack - lässt sie hoffen und treibt sie voran. Mittlerweile hat der Machthaber ein Kopfgeld auf Saba ausgesetzt und die Tonton sind eine allgegenwärtige Gefahr, sodass die Gruppe sehr vorsichtig sein muss. Wäre das nicht schon schlimm genug, hat sich die Beziehung zwischen Lugh und Saba verändert. Lugh ist launisch, misstrauisch und hält Jack für einen Verräter ... wie weit hat er damit recht?



Mal wieder eine Fortsetzung, auf die ich viel zu lange warten musste. Vor zwei Jahren hat mich "Dustlands - Die Entführung" komplett begeistern können. Mit begeistern meine ich wirklich BEGEISTERN! Die Geschichte konnte mich absolut in ihren Bann ziehen und Band 1 gehört immer noch zu meinen Lieblingsbüchern im Bereich Dystopie. Die Fortsetzung konnte mich nicht ganz so sehr mitreißen, ist aber dennoch ein gelungener Zwischenband.

Um ehrlich zu sein, hatte ich nur Schwierigkeiten mit dem Start in die Handlung. Zwei Jahre sind eine verdammt lange Zeit und man vergisst doch einiges. So habe ich mich von Seite zu Seite gehangelt und hatte eigentlich nur eines - Fragezeichen im Kopf. Ich hatte grobe Anhaltspunkte, was passiert war, aber das hat letztendlich nicht gereicht, um gleich wieder flüssig starten zu können. Es dauerte ein paar Kapitel, bis sich die Aha-Momente zu einem "sicheren" Bild zusammengesetzt haben. Ab da war Sabas Geschichte erneut sehr mitreißend.

Den "merkwürdigen" Stil, der aus Band 1 bekannt sein sollte, bekommen wir auch hier vorgesetzt. Nach wenigen Seiten hatte ich mich aber daran gewöhnt und bin erneut begeistert von der Sprechweise der Protagonisten. Das lässt die Geschichte gleich viel authentischer wirken.

Die Charakterentwicklung war überraschend und interessant zugleich. Während Saba von außen immer noch die starke Kämpferin mimt, sieht es in ihrem Inneren schon ganz anders aus. Durch ihre "Erscheinungen", die sich gelegentlich schon wie Halluzinationen anfühlen, in denen sie Verstorbene sieht und natürlich ihr Erlebtes aus der vergangenen Zeit setzen ihr stark zu. Nichtsdestotrotz will sie für die Gruppe stark sein und behält ihre Zweifel und Ängste größtenteils für sich. Ihr Bruder Lugh hat sich zu einer der größten Nervensägen überhaupt gemausert. Ich weiß gar nicht mehr, ob er das auch schon im ersten Band war, aber hier hätte ich ihm gerne des Öfteren den Mund gestopft, so unsympathisch war er mir. Die Beziehung zwischen den beiden hat sich komplett geändert. Früher war Lugh ein Gott für Saba, jetzt spürt man nur noch eine kühle Distanz. Nichtsdestotrotz kann Saba Lughs Misstrauen gegenüber Jack nicht vollends ignorieren, auch wenn sie tief in ihrem Herzen spürt, dass Jack auf sie wartet. Während Emmi versucht sich mit beiden Parteien gut zu stellen, merkt man schnell, dass Tommo in Lugh ein neues Vorbild gefunden hat. Auch wenn Lugh kein Fan von Jack ist, ich bin es sehr wohl, auch wenn sein Part nicht der längste ist.

Nach dem schwierigen Einstieg hatte ich sehr viel Freude mit dem Werdegang der Geschichte. Es gibt zahlreiche spannende Momente und brenzliche Situationen, in denen Frau Young ihr Können erneut unter Beweis stellt, daneben ergeben sich einige überraschende Wendungen, die ich nie kommen sehen hätte. Dabei verliert sich die Reise nicht in Nebensächlichkeiten und man hat einen klaren Weg vor Augen. Zum Ende hin konnte ich mich nur sehr schwer von den Seiten reißen. Kleines Highlight ist Sabas Rabe Nero, der die Geschichte beiläufig wunderbar auflockert.

Die Fortsetzung endet in keinem miesen Cliffhänger, dennoch freue ich mich auf den dritten Band. Hoffentlich müssen wir nicht erneut zwei Jahre warten. Ich bin mir sicher, dass mich "Der Herzstein" noch mehr begeistert hätte, wäre nach so langer Zeit der Einstieg nicht so schwer gewesen.



"Dustlands - Der Herzstein" ist eine gelungene Fortsetzung, die ab einem gewissen Punkt an seinen Vorgänger heranreicht. Lediglich der Start in die Geschichte erweißt sich als außerordentlich schwierig. Zwei Jahre zwischen den Bänden sind einfach eine zu lange Zeit, somit brauchte ich einige Kapitel, um mir ein klareres Bild von der gesamten Handlung zu machen. Ist das erst einmal geschafft, kann mich Frau Young erneut absolut fesseln!


Ich vergebe

8/10 
Punkten

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