Dienstag, 18. März 2014

Schlaf nicht ein - Michelle Harrison [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Loewe Verlag
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
ISBN: 978-3785577264
Originaltitel: Unrest
Preis: 18,95 Euro
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Vor einer Sache hat Elliot richtig Angst - einzuschlafen! Seit er nach einem Unfall für einige Minuten klinisch tot war, hat sich sein Leben komplett geändert. Im Schlaf verlässt er seinen Körper und kann durchs Haus wandern, doch dabei ist er nicht allein. Die Geister der Verstorbenen, die kein Glück im Frieden gefunden haben, suchen ihn heim. Bisher hat er nicht den blassesten Schimmer, wie er sein Leben in normale Bahnen werfen kann. Er versucht es mit einem Job als Führer in einem Museum, in dem es spuken soll, um sich ein wenig mehr mit der Geistersache zu beschäftigen. Prompt verliebt er sich in seine Kollegin Ophelia und schon tauchen die nächsten Probleme auf - ein Geist hat es auf seinen Körper abgesehen!


"Schlaf nicht ein" hat mich vor allem durch das wunderschöne Cover gelockt. Das Motiv sieht mystisch und geheimnisvoll aus und versprüht einen leicht schaurigen Charme - da passt der Inhalt ja wie die Faust aufs Auge und ich habe mich auf ein schönes Lesevergnügen gefreut. Letztendlich hatte ich auch meine Freude mit der Geschichte, auch wenn mich nicht alles zu 100 Prozent überzeugt hat.

Vor allem der Einstieg hat mir wunderbar gefallen. Gleich wird der Leser mit Elliots "Begabung" konfrontiert und findet sich in einer schaurigen Umgebung wieder. Die Idee, dass der Geist beim Schlafen den Körper verlässt, ist vielleicht nicht ganz neu, aber die Autorin hat die Elemente gekonnt und gruselig gut in Szene gesetzt. Hinzu kommt, dass Frau Harrison ein Talent zum Schreiben hat und mit ihrem Stil die Wirkung des "Grauens" toll betonen kann.

Erzählt wie die komplette Handlung aus der Sicht von Elliot, der mir auf den ersten Blick schon sehr sympathisch war. Nach und nach können wir uns mit dem Alltag des Jungen vertraut machen, der nach seiner Nahtoterfahrung alles andere als normal ist. So lernen wir Elliot als einen eher missmutigen, verstörten jungen Mann kennen, der komplett in der Gewalt seiner eigenen Angst ist. Er hat früh seine Mutter verloren und lebt allein mit seinem Vater, der hilflos mit ansehen muss, wie sein Sohn leiden muss, in einer chaotischen Wohnung. Hier hätten wir auch gleich einen Punkt, der mir nicht so gefallen hat. Im Verlauf der Geschichte verliert sich ein wenig die Beziehung zwischen Elliot und seinem Vater und wird nur noch zum Randgeschehen. Das fand ich sehr schade, weil zu Beginn der "Einsatz" von seinem Dad ein interessanter Faktor war. In anderen Fällen werden Eltern von den Problemen der Kinder ausgeschlossen, aber hier war der Vater involviert, wusste von den Problemen seines Sohnes und hat ernsthaft versucht ihm zu helfen, auch wenn Elliots Geschichten in den Augen anderer schon sehr unglaubwürdig wirken. 

Im Fortlauf der Handlung beschließt Elliot, endlich sein Problem anzufassen und sich mehr mit paranormalen Phänomenen zu befassen. Dazu sucht er sich einen Job als Führer in einem Museum, in dem es spuken soll. Vom Besitzer werden regelmäßig Geisterführungen unternommen, an dem auch Elliot teilnimmt. Dieser Part hat mir wiederum gefallen. Ich mochte die Führung durchs Museum und die Autorin versteht sich gut darin, eine passende Atmosphäre aufzubauen. Eine kleine Liebesgeschichte bandelt sich natürlich auch an und Elliot kommt nicht umher, sich in die eigenwillige Ophelia zu vergucken. Das Anbandeln der beiden ist nett mit anzusehen, jedoch habe ich nicht die Funken sprühen sehen - dazu war mir Ophelia etwas zu blass gehalten und weiter Nebencharaktere sind da mit eingeschlossen. 

Hin und wieder verliert sich die Handlung in Nebensächlichkeiten und mir ist der rote Faden abhandengekommen. Nach diesen kleinen Durststrecken hat es die Autorin aber immer wieder geschafft, mich zurückzuholen und ich hatte meinen Spaß mit der Geschichte. Besonders zum Ende hin hat mir die Entwicklung sehr gefallen und ich konnte mich nur schwer losreißen. Für einen Einzelband hat "Schlaf nicht ein" ein gelungenes Ende, das mich zufrieden zurücklässt.



Michelle Harrison ist mit "Schlaf nicht ein" ein guter Einzelband gelungen, der es größtenteils versteht, den Leser zu unterhalten. Die Idee ist in Ansätzen vielleicht nicht ganz neu, aber gut verpackt und vermag des Öfteren zu fesseln. Hin und wieder ist mir der rote Faden verloren gegangen und neben Elliot verblassen die anderen Charaktere etwas. Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte und Leser, die sich leicht in schaurige Stimmung versetzen lassen, werden mit diesem Buch gut bedient sein.


Ich vergebe

6/10
Punkten

Kommentare:

  1. Danke für die interessante Buchvorstellung, von dem Buch hatte ich noch nie gehört. "Eine kleine Liebesgeschichte bandelt sich natürlich auch an" - natürlich, kein Jugendbuch kommt ja ohne aus :-P Schade dass der Aspekt mit dem Vater eher vernachlässigt wurde. Aber trotzdem werde ich es mir mal merken.

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  2. JA, irgendwie gibt es das nicht mehr ohne! xD
    Freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte! :)
    LG Jan

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  3. Klingt nach einem interessanten Buch! Ich mag den Schreibstil der Autorin, und das mit den Geistern hört sich auch gut an. Danke für die Rezension :-)

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  4. Bisher mein erstes Werk der Autorin, aber ihr Stil konnte mich überzeugen! :)
    LG Jan

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  5. Das hört sich doch ganz gut an. Das Buch werde ich mir am Ende des Monats auf jeden Fall holen zusammen mit Hide. Wann ich es dann aber lesen werde weiß ich noch nicht, weil noch so viele andere Bücher in der Warteschleife stehen.

    Grüßlies
    Vanessa

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  6. Klingt echt gut und so ein bisschen auch nach einer etwas anderen Geschichte, auch wenn nicht alles komplett neu ist. Ich merke mir das Buch auf jeden Fall und dann mal sehen :)

    Wie immer eine sehr schöne Rezi mein Lieber <3

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  7. @Vanessa: "Hide" hat mir richtig gut gefallen - sogar nen stück besser als Escape! :)
    @Ally: Danke, Ally. Du bist ja ein kleiner Angsthase xD - vielleicht magst du es ja richtig gerne! :) <3

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  8. *lach* aber wenn das Buch spannend ist mag ich das schon, ich mag es nur nicht, wenn es zu eklig wird ;)

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lauft mir nach ...