Sonntag, 7. Mai 2017

Herz auf Eis - Isabelle Autissier | Rezension

Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht?

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten | Preis: 22,00 Euro

Erster Satz: Sie sind früh aufgebrochen.

Meinung:
Bei "Herz auf Eis" haben mich vor allem die aufkommenden Fragen gereizt, was mit einem Pärchen passiert, wenn es sich plötzlich dem rauen Leben gegenüber steht. Der Schauplatz in diesem Buch ist nämlich gar kein Paradies, wie man es vielleicht aus Robinson Crusoe kennt, mit Sonnenschein, Palmen und tropischen Temperaturen. Louise und Ludovic stranden auf einer kargen Insel, die früher den Walfängern ein ungemütliches Zuhause geboten hat. Dort gibt es nur raues Wetter, Pinguine, ein paar heruntergekommene Baracken und wenig Hoffnung auf ein besseres Leben.

Die Geschichte startet auch direkt durch und schon bald befinden wir uns auf der Insel und mich konnte die Handlung auch gleich in ihren Bann ziehen und hier muss ich unbedingt betonen, dass der kühle Stil der Autorin einfach absolut fantastisch zum Setting gepasst hat. Beides hat sich super ergänzt und eine klasse Atmosphäre geschaffen, die gleichzeitig bedrohlich und karg wirkt.

Was passiert denn jetzt mit dem Paar? Ich will natürlich nicht zu viel verraten, aber für mich ist die Handlung so verlaufen, wie ich es mir ungefähr vorgestellt habe und gleichzeitig aber auch nicht. Für mich als Leser war die Zeit auf der Insel niemals langweilig und mit dem Fortlauf des Buches wird die Situation auch immer bedrohlicher. Ab einem Punkt der Geschichte musste ich mich selber fragen, wie ich in solch einer Lage wohl reagiert hätte - da lief es mir kalt den Rücken hinunter.

Das letzte Drittel des Buches empfand ich als etwas schwächer, weil hier Handlung einfach nicht so interessant und spannend für mich war, wobei die Seiten zum Ende hin aber wieder toll zu lesen waren. Irgendwie hoffnungsvoll und schön passend.

Fazit:
Ich mochte "Herz auf Eis" wirklich gerne. Die Zeit auf der Insel war für mich jederzeit spannend und einnehmend. Ich habe mich selbst dabei ertappt, als ich darüber nachgedacht habe, wie ich wohl in manchen Situationen gehandelt hätte. Stilistisch war das Buch genau nach meinem Geschmack. Zum Ende hin wird die Handlung etwas dröge für mich, die abschließenden letzten Seiten habe ich aber wieder genossen.

Ich vergebe

8/10
Punkten

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