Montag, 4. September 2017

Sommerkind - Monika Held | Rezension



Ein einsamer Junge auf einer Bank, seine Hand ruht auf einem Kleiderbündel - auf dem Grund eines Schwimmbads liegt ein Mädchen mit offenen Augen: Woher kommen plötzlich diese Erinnerungen? Die vierzigjährige Wissenschaftlerin Ragna fürchtet, verrückt zu werden. Denn die Bilder, die plötzlich in ihrem Kopf auftauchen, kann sie keiner Erinnerung zuordnen. Das Gedächtnis ist keine Bibliothek, man kann dort nicht stöbern wie nach einem verlegten Buch. Ganz langsam setzt sie Puzzleteil für Puzzleteil zusammen und macht sich auf die Suche nach dem - heute erwachsenen - Jungen auf der Bank und seiner Schwester, die nach dem Schwimmunfall zum Sommerkind wurde.

Kindle Edition | Preis: 15,99 Euro

Erster Satz: Der Satz, mit dem sie ihn fortschickte, verschmolz mit dem Geräusch der Tür, die sie leise hinter ihm ins Schloss drückte. 

Meinung:
Sommerkind von Monika Held gehört zu der Sorte Bücher, die mich sprachlich sofort in seinen Bann ziehen konnte. Unüblicherweise gibt es keine Anführungszeichen in der wörtlichen Rede, was sofort auffällt, aber beim Lesen nie gestört hat. Gestört hat mich an dem Stil er Autorin überhaupt gar nichts. Vielmehr war ich fast schon verliebt in die schönen Sätze, die gelegentlich recht kühl auf mich gewirkt haben, aber auch das hat gepasst.

Daneben besitzt die Geschichte stellenweise eine außerordentliche Sogkraft und Tiefe, die mich überzeugen konnte. Das bleibt zwar leider nicht in jedem Kapitel so, aber die Handlung konnte mich einen Großteil des Buches fesseln.  Das liegt neben der traurigen, aber auch interessanten Thematik an den Charakteren – allen voran Ragna. Bei Kolja fehlte mir hingegen etwas mehr Tiefe bzw. mehr Hintergrund, was sich besonders auf seine „spätere“ Zeit in der Handlung bezieht.  

Das Buch ist für mich ein kleiner Schatz, weil es mich gefühlmäßig direkt mitnehmen konnte und da hat der wunderbare Stil einfach einen großen Teil beigetragen, weil mich die Atmosphäre der Geschichte total einfangen konnte. Für mich hatten Handlung und Charaktere immer einen Hauch von Einsamkeit und das mag ich sehr. Insgesamt eines meiner bisherigen Highlights dieses Jahr.

Fazit:
"Sommerkind" ist nicht perfekt, aber dennoch ein kleines Highlight für mich. Ich habe mich auf Anhieb in die schöne Sprache und den fantastischen Stil der Autorin verliebt. Daneben besitzt die Geschichte interessante Charaktere und Handlungsverläufe. Definitiv eine Leseempfehlung!


Ich vergebe

8/10
Punkten

1 Kommentar:

  1. Stimmt, die fehlenden Anführungszeichen sind mir auch aufgefallen. Aber ansonsten hat mir das Buch sehr gefallen.

    AntwortenLöschen

lauft mir nach ...