Dienstag, 10. Oktober 2017

Im Jahr des Affen - Que Du Luu | Rezension

Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück. Quelle

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten| Preis: 16,99 Euro

Erster Satz: Ich bog in den kleinen Weg ein, spazierte am Wall entlang und kurz darauf sah ich schon die Tische auf der schmalen Terrasse.

Meinung:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die erste Hälfte des Buches ein großes Problem damit hatte, eine Verbindung mit der Geschichte aufzubauen. Mir war der Stil der Autorin etwas zu "hölzern" und anstrengend zu lesen. Zudem mochte ich das Verhalten der Protagonistin anfänglich überhaupt nicht und konnte wenig mit ihr sympathisieren. Mini kam mir zeitweise sehr egoistisch vor, stellenweise unreif und desinteressiert.

Gleichzeitig muss ich mir aber auch eingestehen, dass ich die Handlung mit Scheuklappen gelesen habe. Ich habe ständig nach dem Sinn gesucht. Was will die Autorin denn mit Minis Geschichte sagen? Erst ab der zweiten Hälfte wurde mir deutlich bewusst, als Mini durch ihren Onkel erfährt, was ihre Familie in der Vergangenheit alles durchgemacht hat, dass sie ständig in einem Konflikt steht. Das traditionelle chinesische Leben, das ihr Vater zelebriert auf der einen Seite und auf der anderen Seite das Leben als Migrantin in Deutschland. Ab diesem Punkt konnte ich auch viel besser mit Mini als Person umgehen. 

Der Autorin (die selbst nach Ende des Vietnamkriegs nach Deutschland geflohen ist) gelingt es einfühlsam aufzuzeigen, wie ein junges Mädchen mit Migrationshintergrund in einer Welt zwischen zwei Kulturen aufwächst. Themen wie Existenzangst, Zugehörigkeit, Rassismus und die ganz "normalen" Probleme eines Teenagers finden ihren Platz in der Geschichte. Müsste ich den Roman nach Beenden mit nur einem Wort beschreiben, dann wäre es "glaubhaft".

Fazit:
Ich bin wahrscheinlich selbst schuld daran, dass ich mir den Start mit diesem Buch so schwer gemacht habe. Ich hätte mich vorher ein wenig schlau machen müssen, mich ein wenig im Vorfeld mit der Autorin beschäftigen sollen, dann wäre mir die Wichtigkeit der Thematik viel eher ins Auge gesprungen. So war mir die erste Hälfte leider zu unbedeutend und schwer zu lesen. Nachdem es aber klick gemacht hat, empfand ich die Handlung als äußerst lehrreich und interessant und ich kann sehr gut verstehen, warum Que Du Luu für dieses Werk mit einer Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 geehrt wurde.

Kommentare:

  1. Mal was anderes ! Abstraktes Buch, welches wahrscheinlich eher nichts für mich wäre. Vielleit ein Kandidat für den zukünfigen Deutsch Unterricht an Gymnasien.
    LG Joel von Büchervergleich.org

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lauft mir nach ...